ÖH Uni Graz / HTU Graz: Zugangsbeschränkungen lindern nur die Symptome

Problematische Verlängerung des §124b UG 2002

Wien (OTS) - Nach der Zuweisung der Regierungsvorlage zur Verlängerung der Zugangsbeschränkungen der von deutschen NC-Fächern betroffenen Studienrichtungen an den Wissenschaftsausschuss fordern die HochschülerInnenschaften an der KF Uni Graz und der TU Graz Herrn BM Hahn auf, den neu hinzugefügten Abs. 7 in §124b UG 2002 nochmals zu überdenken, mit dem es möglich wäre, per Ministerverordnung sämtliche Studienrichtungen in Österreich zu beschränken.

Der neue Absatz im Wortlaut:

Dem § 124b Abs. 6 wird folgender Abs. 7 angefügt:
"(7) Die Bundesministerin oder der Bundesminister kann durch Verordnung weitere Studien im Sinne des Abs. 1 festlegen, wenn durch die erhöhte Nachfrage ausländischer Staatsangehöriger die Studienbedingungen in diesen Studien unvertretbar sind."

"Die bisherige Regelung engte die Zahl der beschränkten Studien auf die deutschen NC-Fächer sowie Kommunikationswissenschaften und Publizistik ein. Mit dem vorliegenden Entwurf scheint es dem/r Bundesminister/in jedoch möglich zu sein, ohne weiteres mittels Verordnung zusätzliche Zugangsbeschränkungen zu definieren, die keineswegs nur auf die bisher durch den §124b beschränkten Fächer Biologie und Pharmazie reduziert wären", erklärt Florian Ortner, Vorsitzender der ÖH Uni Graz, und fordert den Wissenschaftsauschuss auf, "den Absatz 7 dahingehend zu ändern, dass es zu keiner Ausdehnung der Zugangsbeschränkungen im Vergleich zum Status Quo kommen kann."

"Vor allem aufgrund der zahlreichen Forderungen der vergangenen Wochen, insbesondere Master-Studien zu beschränken, sehen wir hier ein massives Gefährdungspotenzial", so Eva Daum, Vorsitzende der HTU Graz. In diesem Zusammenhang betont sie, "dass derzeit fast alle AbsolventInnen von Bachelor-Studien ein Masterstudium anschließen, da die Nachfrage des Arbeitsmarktes nach Bachelor-AbsolventInnen verschwindend gering ist."

Die HochschülerInnenschaften an der KF Uni Graz und der TU Graz befürworten die Vorschläge des Präsidenten der RektorInnenkonferenz Rektor Badelt, wonach die latente Unterfinanzierung der Universitäten endlich von Grund auf behoben werden muss und fordern Herrn BM Hahn ausdrücklich auf, endlich die österreichische Bildungsrealität wahrzunehmen. Ein Ausweiten der Zugangsbeschränkungen werde jedoch sicherlich nicht dazu beitragen, die niedrige AkademikerInnenquote in Österreich auf OECD-Schnitt zu heben.

Rückfragen & Kontakt:

Florian Ortner, Vorsitzender der ÖH Uni Graz
Tel.: 0650/2805082

Christian Dobnik, stv. Vorsitzender der HTU Graz Pressesprecher
Tel.: 0664/4459051

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