Europäisches Parlament wird von Autoindustrie an der Nase herumgeführt

Greenpeace: Kompromiss bei CO2 - Obergrenzen für Pkw ist eindeutig zu wenig

Wien (OTS) - Der heute im Europäischen Parlament getroffene Beschluss den CO2 - Ausstoß bei Pkw, nicht wie bisher geplant auf 120 g/km bis 2012 senken zu wollen, sondern lediglich auf 125 g/km bis 2015, ist ein Rückschritt beim Klimaschutz im Verkehrsbereich. "Das Europäische Parlament sendet damit ein klares Signal an die deutsche Autoindustrie: Ihr könnt uns gerne weiter an der Nase herumführen. Nur mit einer Beschränkung des durchschnittlichen CO2 - Ausstoßes auf 120 g/km pro Pkw bis 2012 und auf 80 g/km bis 2020 werden die notwendigen Reduktionen im Verkehrsbereich möglich werden.", so Niklas Schinerl von Greenpeace.

Während es in vielen anderen Sektoren gelingt die CO2 Emission relativ konstant zu halten, steigt der CO2 - Ausstoß im gesamten Verkehrssektor ununterbrochen an. Um einer gesetzlichen Verankerung einer Reduktion der CO2 Emissionen zu entgehen hat die deutsche Autoindustrie im Zuge einer freiwilligen Selbstkontrolle bereits 1998 versprochen die CO2 Emissionen bis 2008 auf 140 g/km zu reduzieren. Davon ist sie aber meilenweit entfernt und wird dieses Ziel auch nicht mehr erreichen. Derzeit liegt der Durchschnitt der Neuwagen europaweit bei zirka 160g/km. In manchen Ländern wie Österreich war die Tendenz im letzten Jahr sogar wieder ansteigend.

"Mit dem Kompromiss einer Reduktion auf 125 g/km bis 2015 pro PKW schenkt auch die Mehrheit des Parlaments den Lobbyisten der Autoindustrie Glauben und fällt auf ihre Verwässerungs- und Hinhaltetaktik herein.", zeigt sich Niklas Schinerl über das Abstimmungsergebnis enttäuscht. Seit Mitte der 1990er Jahre herrschte in der Europäischen Union darüber Einigkeit den CO2 Ausstoß pro Neuwagen bis 2012 auf 120 g/km reduzieren zu müssen. Dabei wurde das 120 g/km Ziel immer als verbindliches Ziel verstanden, das von der Autoindustrie durch neue technische Entwicklungen und Adaptierungen erreicht werden muss. Mit massiver Lobbyarbeit vor allem der deutschen Autoindustrie wurde bereits der deutsche Industriekommissär Verheugen davon überzeugt, dass bis 2012 lediglich eine Reduktion auf 130 g/km möglich sei.

"Die Autoindustrie entzieht sich hier einmal mehr ihrer Verantwortung und die Europäische Politik ist nicht in der Lage dem etwas entgegen zu setzen. Mit diesem Kompromiss mit der Autoindustrie werden in den kommenden Jahren die Klimaschutzziele der Europäischen Union nicht nur gefährdet, sondern sie werden im Abgasnebel der Pkws verschwinden.", schließt Niklas Schinerl.

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Niklas Schinerl, Greenpeace - Energiereferent
Tel.: 0664 - 6126704

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