Seeber: Europaweites Rauchverbot wäre Holzhammermethode

Verbot suchtverstärkender Zusatzstoffe sollte hingegen schnell kommen

Strassburg, 24. Oktober 2007 (ÖVP-PD) "Wenn es uns gelingt, Kindern klar zu machen, dass man mit einer Zigarette im Mund nicht schneller erwachsen wird, aber möglicherweise schneller stirbt, dann ist viel erreicht. Rauchen sollte uncool werden, EU-Zwangsmaßnahmen aus Brüssel sind es jedenfalls. Besonders Kinder, Jugendliche und Schwangere müssen vor den schädlichen Auswirkungen des Rauchens besser geschützt werden. Es schießt aber dennoch übers Ziel hinaus, wenn die Europäische Union alle Mitgliedstaaten auffordern würde, binnen zwei Jahren ein uneingeschränktes Rauchverbot einzuführen", kritisierte heute der Tiroler ÖVP-Europaparlamentarier Dr. Richard Seeber. Das Europaparlament nahm heute einen Bericht eines deutschen Abgeordneten an, nachdem dieses Rauchverbot in 'sämtlichen geschlossenen Arbeitsstätten, einschließlich der Gastronomie, sowie in sämtlichen geschlossenen öffentlichen Einrichtungen und Verkehrmitteln in der Europäischen Union' gelten solle. "Hier muss mehr auf nationale, regionale und lokale Besonderheit Rücksicht genommen werden. Über alles mit einem Kamm drüber zu scheren ist nicht der richtige Weg", so Seeber. ****

"Die Europäische Union kann und soll eine unterstützende Rolle spielen und die Mitgliedstaaten bei der Suche nach den besten und geeignetsten Möglichkeiten zur Zurückdrängung des Rauchens helfen. Es geht um den Austausch von Wissen, Erfahrungen und
praxiserprobten Verfahren. Nicht um die Holzhammermethode, mit der mehr böses Blut statt reine Luft geschaffen würde", so Seeber weiter.

Sinnvoll hingegen seien EU-Regelungen, mit sämtliche suchtverstärkende Zusatzstoffe sowie sämtliche aufgrund der bereits verfügbaren toxikologischen Daten bekannten Zusatzstoffe verboten werden, die als solche krebserzeugend, erbgutverändernd oder die Nachkommen schädigend bekannt sind. "Ich unterstütze daher die Aufforderung an die Kommission, möglichst noch bis 2008 einen Vorschlag zur Änderung der Tabakproduktrichtlinie vorzulegen, um dieses Verbot so rasch wie möglich beschließen zu können. Hier kann Europa einen echten Mehrwert bringen", betonte Seeber.

Auch überlegenswert sei die Prüfung, welche Methoden sinnvoll und umsetzbar wären, um den Erwerb von Tabakerzeugnissen an Minderjährige unter 18 Jahren zu verhindern. "Hier gibt es in etlichen europäischen Ländern bereits gute Ansätze, die übernommen und weiter verbreitet werden könnten. Wichtig ist in jedem Fall, mehr in Aufklärung und Prävention zu investieren", so Seeber abschließend.

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