Sima fordert Stopp der Ausbaupläne für das AKW Mochovce

Neue Blöcke 3 und 4 unweit Wiens: EU-Kommission bastelt bereits an Finanzierungsplänen!

Wien (OTS) - Alarmstufe rot heißt es in Sachen Mochovce: Die Pläne für die Erweiterung des slowakischen AKW Mochovce nur 200 km von Wien entfernt werden immer konkreter. "Es handelt sich um veraltete sowjetische Reaktoren, die im Falle eines nuklearen Unfalls nicht einmal eine Schutzhülle haben", warnt am Mittwoch Umweltstadträtin Ulli Sima. Der Bau von Reaktor 3 und 4 soll schon im nächsten Jahr begonnen werden, das AKW bis zum Jahr 2012 fertig gestellt sein. Gebaut werden die Reaktoren vom italienischen Stromkonzern ENEL, der den slowakischen Energiekonzern SE zu 66 % übernommen hat. Die Slowakei verweigert eine Umweltverträglichkeitsprüfung, weil eine uralte Baugenehmigung aus dem Jahr 1986 vorliegt. Die EU-Kommission arbeitet bereits an einem Finanzierungsplan für den völlig überalteten Reaktor. Brisant ist in diesem Zusammenhang, dass es kaum Verbesserungen in Sachen Sicherheit zum Ursprungsprojekt aus den 80er Jahren gibt. Das Sicherheitsniveau entspricht jenem der 70er und 80er Jahre - eine Veränderung der Standards würde eine neue Baugenehmigung und eine grenzüberschreitende UVP mit sich bringen, was sowohl die slowakische Atomaufsichtsbehörde als auch ENEL verhindern wollen. Sima will den Druck auf EU-Ebene verstärken und appelliert an den Umweltminister, sich für eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung einzusetzen. Darüber hinaus muss die Finanzierung des Uralt-Reaktors durch EU-Gelder verhindert werden. "Der Atomlobby muss der Geldhahn zugedreht werden, denn mit jedem Euro finanziert die EU die atomare Gefahr, direkt vor unserer Haustüre", so Sima. Sie selbst hat kürzlich den italienischen Umweltminister kontaktiert. "Italien ist aus der Atomenergie ausgestiegen - und nun will der italienische Energieversorger ein AKW in der Slowakei bauen, das ist völlig inakzeptabel", so Sima abschließend. (Schluss) vor

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