UGöD: Seien wir realistisch - fordern wir plus 10 %, Mindestbetrag Euro 200 für alle!

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD (UGöd) fordern von der GÖD offensive und transparente Gehaltsverhandlungen für den öffentlichen Dienst

Wien (OTS) - Die Bundesleitung der UGöd kritisiert die traditionelle Leerformel "Erhöhung der Bezüge unter Berücksichtigung der Abgeltung der Inflationsrate und des Wirtschaftswachstums", mit der die GÖD die Gehaltsrunde 2008 eröffnet hat, weil Die GöD damit den Kolleginnen keine konkrete Forderung vorlegt, nicht einmal die nach einem Mindestbetrag für alle.

Zurückgewiesen wird von der UGöd die Aussage der Beamtenmministerin Bures, dass öffentlich Bediensteten kein Anteil am Wirtschaftswachstum und am Produktivitätszuwachs zusteht, weil ihre Gehälter aus Steuergeldern bezahlt werden - gerade so, als ob diese Steuern nicht das Wirtschaftswachstum widerspiegeln und als ob
Lohn- und Mehrwertsteuer zahlenden öffentlich Bediensteten mit ihrer Arbeit nicht wesentlich zum Wirtschaftswachstum beitragen würden.

SEIEN WIR REALISTISCH!

Es geht bei dieser Lohnrunde um mehr als die Abgeltung von Inflationsrate (+1,9%) und Wirtschaftswachstum (+3,3%). Die OECD stellt fest, dass die österreichische Lohnquote doppelt so schnell sinkt wie in den anderen OECD-Ländern. Die OECD sieht hier einen Nachholbedarf und empfiehlt in ihrem Beschäftigungsausblick 2007, Österreich möge seine Arbeitnehmerinnen und "Arbeitnehmer stärker und effektiver dabei unterstützen, die Herausforderungen der neuen globalen Ökonomie zu meistern", Über die Entwicklung der Lohnquote (Senkung von 71,6% im Jahr 1998 auf aktuelle 64,5%) wurde bereits vielfach in den Medien berichtet ...

Die stark steigenden Lebenshaltungskosten werden von den nur mäßig gestiegene Gehältern nicht ausgeglichen, die öffentlich Bediensteten sind dabei noch schlechter dran als die Angestellten der Privatwirtschaft: Der Tariflohnindex (TLI, Mindestlöhne und -gehälter) der öffentlich Bediensteten ist in den letzten 20 Jahren hinter jenem der Angestellten deutlich zurückgeblieben (Entwicklung TLI seit dem Basisjahr 86 (86=100) bis 2006: auf 192,8 für Angestellte, aber nur 168,7 für öff. Bedienstete, Quelle: Statistik Austria). Dies ist vor allem auf die (Quasi- bzw. echten) Nullrunden 1996, 1997 und 2002 zurückzuführen. Es wird Zeit zum Gegensteuern!

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen einen immer größeren Anteil ihres Gehaltes für die Deckung der Grundbedürfnisse aufwenden. Im Jahr 2006 betrug der Anteil für Lebensm/ittel und Wohnen bereits fast ein Drittel (31,3%) des gesamten privaten Konsums. Grundnahrungsmittel und Wohnen ziehen die Teuerungsrate stark nach oben. Für die Monate Januar-August 2007 beträgt die Inflation zum Vorjahr laut Statistik Austria bereits 3,0% für Nahrungsmittel/alkoholfreie Getränke sowie alarmierende 4,2% für den Bereich Wohnung/ Wasser/Energie.

Diese starken Belastungen treffen vor allem die unteren Einkommensschichten, und sie können nicht mit einem Prozentbetrag, sondern nur mit einem Mindestbetrag aufgefangen werden. Die UGÖD schließt sich daher der Forderung der KIV/UG (Unabhängige GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten) an:

FORDERN WIR 10% GEHALTSSTEIGERUNG - MINDESTENS 200 Euro!

Für die Unabhängigen GewerkschafterInnen der UGöd:

Reinhard Sellner, e-mail: reinhart.sellner@blackbox.net
Internet: www.ugoed.at

Rückfragen & Kontakt:

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD

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