Generalversammlung: Jahresabschluss mit 21 Millionen Euro Bilanzverlust bei Budget von 584 Millionen Euro

Solidaritätsleistungen der GKK steigen weiter

Klagenfurt (OTS) - Unter dem Vorsitz von Obmann Helmut Pansi tagte die Generalversammlung der Kärntner Gebietskrankenkasse in Klagenfurt und beschloss den Rechnungsabschluss für das Jahr 2006.

Für das Bilanzjahr 2006 hat die Kärntner Gebietskrankenkasse einen Verlust von 21,4 Millionen Euro zu verzeichnen. Das Gesamtbudget betrug 584 Millionen Euro.

Wie in den letzten Jahren ist die defizitäre Situation der Kärntner GKK vorrangig auf Finanzierungs- und Strukturprobleme zurück zu führen.

Ausgaben-Positionen 2006:

Für Mio-Euro Steigerung gegenüber 2005 in %

Spitalsfinanzierung 170,7 + 2,5 Ärztliche Hilfe 127,7 + 4,4 Heilmittel 127,1 + 7,6 Wochengeld 26,3 + 3,0 Zahnbehandlung/Zahnersatz 36,1 + 3,0 Krankengeld 19,9 + 5,5

Obmann Pansi verweist auf die hohen Leistungs- und Solidarverpflichtungen der Kärntner Kasse. Struktur- und Einkommensprobleme der Versichertengemeinschaft wirken voll auf die Einnahmen- und Ausgabenbelastung der sozialen Krankenversicherung. Waren im Jahr 1970 noch 70 (siebzig) Prozent aller Versicherten pflichtversicherte Erwerbstätige - also vorrangig volle Beitragszahler - so reduziert sich deren Anteil im Jahr 2006 auf 58 (achtundfünfzig) Prozent. Der Anteil der PensionistInnen unter den GKK-Versicherten stieg allerdings von 22 auf 32 Prozent!

Die Solidaritätsausgaben im Bereich der PensionistInnen sind besonders hervorzuheben. Für diese Personengruppe wurden im Jahr 2006 160 Millionen Euro mehr an Leistungen erbracht und dafür Geld aufgewendet als diese selbst für sich und ihre Angehörigen einzahlten.

Die finanziell schwierige Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Damit werden die Solidaritätsverpflichtungen der Kasse weiter wachsen.

Auch die zunehmende Zahl an "A-typisch-Beschäftigten" in der Versichtertengemeinschaft führt zu einer Reduzierung bei den Beitragseinnahmen.

Finanzkompetenz bei Politik

Der Kärntner Kassenobmann fordert daher eine höhere Dotierung des Ausgleichsfonds, um der defizitären Krankenversicherung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen. Er fordert auch die Zurücknahme oder den finanziellen Ersatz für Belastungen, die durch den Gesetzgeber auferlegt wurden: Durch die Lehrlingsförderung des Bundes, aber auch durch neu eingeführte Pauschalierungen für arbeitslose Versicherte, hatte die Kärntner Gebietskrankenkasse im Jahr 2006 finanzielle Nachteile im Ausmaß von 16 Millionen Euro.

Niedriger Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand

GKK-Direktor Mag. Dr. Alfred Wurzer verwies auf die im internationalen Vergleich niedrigsten Verwaltungskosten. Die heimischen Krankenversicherungen erbringen ihre "Solidarverpflichtungen" mit niedrigsten Krankenversicherungsbeiträgen. 2006 reduzierte die Kärntner GKK ihren Verwaltungsaufwand auf das Niveau des Jahres 1999!

Die vorgesehene Beitragserhöhung von 0,15 Prozent wird eine finanzielle Wirkung von neun Millionen Euro für die Kärntner Kasse haben. Drei Millionen Euro davon fließen direkt in die Spitäler, so dass lediglich sechs Millionen Euro bei der Kärntner Kasse verbleiben, so Wurzer. Auch die "Selbstbehalte-Regelung-Neu" wird für die Kärntner Gebietskrankenkasse ein Minus von voraussichtlich drei Millionen Euro bringen.

Gesetzgeber muss reagieren!

Um strukturschwachen Kassen wie der Kärntner-, Burgenländischen-und Steirischen Gebietskrankenkassen die Leistungsfähigkeit für ihre Versicherten zu sichern, sind wirksame Ausgabenmechanismen unerlässlich, betonen GKK-Obmann Pansi und Direktor Dr. Wurzer unisono.

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Direktor Mag. Dr. Alfred Wurzer
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