GLOBAL 2000 zur EU-Pestizid-Abstimmung: Erstes positives Signal KonsumentInnen- und Umweltschutz

Europaweite Pestizidreduktion lässt weiter auf sich warten

Wien (OTS) - Mit der gestrigen Abstimmung im EU-Parlament über die Verordnung zur Zulassung, den Verkauf und die Anwendung von Pestiziden hat das EU-Parlament eine längst überfällige Verbesserung zum Schutz von Mensch und Umwelt beschlossen.
Erstmals soll es ein Zulassungsverbot für krebserregende sowie erbgut- und fortpflanzungsschädigende Pestizide geben. Diese Regelung wird allerdings nur für neu zugelassene Pestizide gelten. Nicht betroffen davon sind Produkte, die bereits am Markt sind.
Auch die Substitution - also das Ersetzen sehr giftiger Pestizide durch weniger schädliche Chemikalien - wurde beschlossen. Kinder werden durch den neuen Gesetzesentwurf stärker geschützt. So dürfen in Parks, Schulen und auf Kinderspielplätzen keine Pestizide mehr versprüht werden.

Die längst überfällige europaweite Pestizidreduktion wurde allerdings nicht beschlossen. "Es ist enttäuschend, dass sich das Europaparlament nicht einmal auf eine 20-prozentige Pestizidreduktion in den nächsten zehn Jahren einigen konnte," so Lisa Kernegger, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000. Auch das Ausbringen von Pestiziden mit dem Flugzeug wurde nicht vollkommen unterbunden. Eine weitere Schwäche der Verordnung ortet die Umweltschutzorganisation im schwachen Informationsrecht der Anwohner, das zwar im Grundsatz verankert ist, aber nicht verpflichtend festgeschrieben wurde. Auch beim Wasserschutz weist die Verordnung Schwächen auf: Der geforderten Pufferzone von zehn Metern an Wasserläufen wurde nicht zugestimmt.

"Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, durch die Gesetzgebung vor giftigen und gesundheitsschädigenden Pestiziden geschützt zu werden. Das Abstimmungsergebnis ist somit ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch kein Grund zum Jubeln: Ohne eine verpflichtende europaweite Pestizidreduktion werden wir langfristig keinen nachhaltigen Schutz für Gesundheit und Umwelt erreichen," so Kernegger abschließend.
GLOBAL 2000 fordert Umweltminister Pröll auf, im kommenden EU-Umweltministerrat für die Interessen von KonsumentInnen und Umwelt stark zu machen.

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