Dachverband der NÖ Elternvereine an Pflichtschulen sehen wenig Sinn in der Verschiebung der Modellversuche

Umfassende Diskussion über Bildungsreform bei vergangener Generalversammlung

St. Pölten, (OTS) - "Ein Aufschieben der Umsetzung der Modellregionen im Zuge der Bildungsreform schadet mit Sicherheit beiden Regierungsparteien auf Bundesebene. Die Elternvertreter plädieren für die rasche Schaffung der rechtlichen und finanziellen Basis für die Modellversuche und eine umfassende Einbindung sowie Information der Eltern", so der Vorsitzende des Dachverbands der NÖ Elternvereine, Ing. Franz Schaupmann, zur Diskussion rund um die Verschiebung der Modellversuche. Der Dachverband hielt am vergangenen Freitag in St. Pölten seine Generalversammlung ab. Pflichtschullandesrat Emil Schabl, Landesschulratspräsident Hermann Helm und Kurt Nekula aus dem Bildungsministerium stellten sich im Rahmen einer Diskussion den Fragen der anwesenden ElternvertreterInnen und informierten über die letzten Entwicklungen.

"Erfreut wäre ich nicht über eine Verzögerung, aber dem Bundesland Niederösterreich bleibt hier auch nur der Weg den notwendigen Ministerratsbeschluss abzuwarten. Ich sehe derzeit nicht, dass die ÖVP im Bund von ihrer Blockadehaltung abrückt. Ich war ja immer für zumindest zwei Modellregionen in Niederösterreich, wo sowohl das Modell der ÖVP, aber auch das Modell der gemeinsamen Schule der 6-bis 14-Jährigen erprobt werden sollte. Die ÖVP war ja dagegen und will nur ihr Modell zulassen. Das ist für mich eine Einschränkung der Vielfalt und natürlich auch eine Einschränkung der Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Schulformen. Wenn der notwendige Gesetzesbeschluss doch nicht kommt, verlieren wir zwar ein Jahr Zeit, können aber sicher auch besser vorbereiten und vor allem die Betroffenen besser informieren. Ich orte auf Seiten der Eltern eine massive Verunsicherung und das ist nicht gut. Ich hoffe jedenfalls, dass alle wirklich das Wohl der Kinder im Auge behalten und die parteipolitischen Diskussionen um die Bildungsreform endlich beendet werden", so Landesrat Emil Schabl im Rahmen der Diskussion.

"Das NÖ Schulmodell ist kein reines Organisationsmodell, sondern stellt auf die Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler ab. Eine Entscheidung für ein differenziertes Schulsystem ist mit 9 1/2 Jahren zu früh. Ein Hinausschieben der ersten schulischen Schnittstelle des Schulsystems auf 12 Jahre ist entwicklungspsychologisch begründbar", so HR Hermann Helm, amtsführender Präsident des Landesschulrates für NÖ. Von der schulischen Organisation baut das NÖ Schulmodell auf zwei wichtige Erfahrungswerte des bestehenden Systems auf: Die von den Eltern am besten akzeptierte Schulform ist die Volksschule, daher ist es sinnvoll das einmal gebildete Volksschulklassen grundsätzlich zwei weitere Jahre gemeinsam unterrichtet werden (von geprüften AHS und HS Lehrer/innen). Zweitens wird das in der AHS bisher schon bewährte Modell (2 Jahre "Orientierungsstufe" AHS, dann Entscheidung Gymnasium, Realgymnasium) auf alle Schülerinnen und Schüler ausgedehnt. "Die bisherigen ergebnislos laufenden Verhandlungen auf Bundesebene bestätigen den Weg Niederösterreichs - mit den Modellversuchen 2009 zu beginnen. Ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder sollen wir die Zeit für eine Umsetzung nutzen. Ich bin davon überzeugt, dass Niederösterreich damit, wie bei der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25, einmal mehr eine Vorreiterrolle übernehmen wird", so Helm.

"Der Dachverband wird sich jedenfalls der Diskussion stellen und wir werden auch landesweit dazu zu Informationsveranstaltungen einladen. Die Eltern müssen einfach einmal wissen, woran sie sind. Derzeit ist die Diskussion der Modellregionen und Schulversuche zu ‚akademisch’ geführt und wird von politischen bzw. personellen Interessen zumindest teilweise überlagert. Zu kurz kommen dabei sachbezogene Information über Planungen und Ablauf der Schulversuche, personelle und finanzielle Ressourcen sowie der Ausblick in die Zukunft - wie geht es nach den Schulversuchen weiter bzw. wie geht es für die Kinder in diesen Modellregionen weiter. Hier sind viele Antworten der Politik ausständig, die wir noch einfordern werden. Das Interesse der Eltern und der Elternvereine an unseren regionalen Informationsveranstaltungen ist jedenfalls sehr groß, was uns als Dachverband mit steigenden Mitgliederzahlen an organisierten Elternvereinen natürlich sehr freut", so Schaupmann.
(Schluss) fa

Rückfragen & Kontakt:

Dachverband Elternvereine
an NÖ Pflichtschulen
Ing. Franz Schaupmann
Tel.: 06763643856

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0003