Glawischnig: Erste-Bank will Fertigbau von AKW Mochovce finanzieren

Scharfe Kritik an "Untergrabung der österreichischen Anti-Atom-Politik"

Wien (OTS) - Die slowakische Kraftwerksgesellschaft Slovenské elektrárne (SE) hat eigenen Angaben zufolge mit einem internationalen Bankenkonsortium die Aufnahme eines Kredits in Höhe von 800 Mio. EUR vereinbart. Der Kredit soll die Realisierung von Energieprojekten mit einem Gesamtausmaß von 4,65 Milliarden Dollar bis 2013 unterstützen. Es sei dies der größte Kredit an ein Unternehmen in der Geschichte der Slowakei, so SE. Herzstück der Investitionsoffensive ist der Fertigbau der Blöcke 3 und 4 des slowakischen Risiko-AKW Mochovce, die 2013 in Betrieb gehen sollen. Angeführt wird das aus neun Finanzinstituten bestehende Konsortium ausgerechnet von der Slovenska Sporitelna AS, der 100%-Tochter der Erste Bank in der Slowakei. "Die Unterstützung des Fertigbaus eines der gefährlichsten AKW in Grenznähe zu Österreich durch eine österreichische Bank ist ein Skandal ersten Ranges. Damit wird die Anti-Atom-Politik Österreichs untergraben", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen. "Ich erwarte mir eine umgehende Stellungnahme von Generaldirektor Andreas Treichl, welche Motive die Erste Bank veranlasst haben, diesen skandalösen Schritt zu setzen und der österreichischen Anti-Atompolitik in den Rücken zu fallen", so Glawischnig. Kritik übt Glawischnig auch an Bundeskanzler Gusenbauer und Umweltminister Pröll. "Die Bundesregierung ist offenbar drauf und dran wieder einmal den Bau eines AKW an Österreichs Grenze zu verschlafen. Bisher hat die Bundesregierung nichts unternommen, um gegen den geplanten Fertigbau von Mochovce vorzugehen", so Glawischnig.
Mit dem Fertigbau der beiden slowakischen AKW-Blöcke Mochovce 3 und 4 soll 2008 gestartet werden. Der italienische Energieversorger Enel will als neuer Eigentümer der SE die beiden völlig veralteten russischen Druckwasserreaktoren (Leistung je 420 MW) im Jahr 2013 in Betrieb nehmen. Nach Baubeginn Mitte der achtziger Jahre wurden die beiden Reaktoren 1991 aus Geldmangel halbfertig stehen gelassen. Experten bewerten das Sicherheitsniveau von Mochovce 3 und 4 - vor allem auf Grund der fehlenden Schutzhülle (kein Containment) - als inferior.
Link zur Presseinformation des slowakischen Energieversorgers SE:
http://www.seas.sk/public-relations/press-releases/18156.html

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