Pölzlbauer zum Nationalfeiertag/Verfassungspreis: Männliches Gruppenbild mit Dame

Frauenring nominiert Dr.in Brigitte Hornyik für den Verfassungspreis

Wien (OTS) - "Österreich präsentiert sich im Vorfeld des Nationalfeiertages am 26.Oktober als männliches Gruppenbild mit Dame", kritisiert Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. Die Personalien des Staates müssten aufhören, Spielwiese von scheinbar honorigen Männerklubs zu sein, hielt Pölzlbauer fest. "Frauen und Männer sind vor dem Gesetz gleich, heißt es in der Verfassung. Obwohl seit 1998 auch die Gleichstellung der Geschlechter als Staatsziel in der Verfassung festgeschrieben ist, hat uns diese Tatsache nicht weit gebracht." Deshalb nominiert der Frauenring Dr.in Brigitte Hornyik für den diesjährigen Verfassungspreis. Der Frauenring ist der Dachverband aller Frauenorganisationen Österreichs und vertritt damit rund eine Million Österreicherinnen.

Die Debatte zur ausständigen und überfälligen Verfassungsreform sei fest in Männerhand, hält Pölzlbauer fest. "Ein kurzer Blick auf die Fakten beweist: Der Frauenanteil im Österreich Konvent lag bei beschämenden 20 Prozent (14 Frauen von insgesamt 70 Mitgliedern). Von den insgesamt zehn Ausschüssen, wurden neun von Männern geführt." Weder im Sprachgebrauch, noch in den behandelten Themenlisten fanden Gender Aspekte Eingang, nur vereinzelt wurden Expertinnen zu den Hearings hinzugezogen. Auch das derzeit tagende Expertİnnen-Gremium zur Staatsreform hat einen männlichen Vorsitzenden und fünf männliche sowie ein weibliches Mitglied. Die Verfassungsjuristin Hornyik vom Verein Österreichischer Juristinnen, hat sich schon im Rahmen des ÖsterreichKonvents für ein Gendering der Arbeit im Konvent eingesetzt.

"Brigitte Hornyik steht für das Engagement des Frauenrings, den Frauen in der Verfassungsdebatte Gehör zu verschaffen. Sie hat sich nicht allein im Rahmen des ÖsterreichKonvents als Expertin und durch die Erstattung von gendergerechten Vorschlägen ausgezeichnet. Ebenso tragen publizistische Leistungen zu ihren ‚herausragenden rechtsstaatlichen Verhalten’, wie es in den Satzungen des Verfassungspreises heisst, bei. Angesichts des Schneckentempos, das Österreich zur Erreichung der Gleichheit der Geschlechter eingeschlagen hat, ist die diesjährige Verleihung des Verfassungspreises an Dr.in Brigitte Hornyik ein Gebot der Stunde", schloss Pölzlbauer. (Schluss) ile

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Christa Pölzlbauer, ÖFR

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