ÖVP-Pressedienst I: Die gestern gegenüber BM Schmied vertretene ÖVP-Position

Wien, 24. Oktober 2007 (ÖVP-PD) Der ÖVP-Pressedienst stellt das Positionspapier der ÖVP zur Verfügung, das gestern in den Verhandlungen an Unterrichtsministerin Schmied übergeben wurde. ****

Standortmodelle als Schulversuch: * Wir wollen die Schule weiterentwickeln. * Wir wollen Neues erproben. * Wir wollen Vielfalt und werden dafür Sorge tragen und initiativ werden: Jedes Bundesland soll die Möglichkeit haben, ein Modell auf Basis des Schulversuchsparagraphen zu erproben – nicht nur das Schulversuchs-Modell „Neue Mittelschule“. * Wir wollen Differenzierung und Wahlfreiheit – es darf die Vielfalt des derzeitigen Angebots nicht eingeschränkt werden. * An jedem Standort müssen auch die jeweiligen Schultypen des Regelschulwesens der Sekundarstufe 1 angeboten werden. * Wir wollen qualifizierte Mitbestimmung der Schulpartner vor Ort. * Wir wollen Evaluierung und wissenschaftliche Begleitung von Schulversuchen. * Wir wollen Vergleichsstandorte zu den Standortmodellen im Schulversuch. Rechtsgrundlage: Schulorganisationsgesetz (SchOG) § 7 Schulversuchsbeschreibung muss enthalten: * Ziele des Schulversuchs

* Einzelheiten der Durchführung

* Dauer

Ziele des Schulversuchs: * Erprobung der Verschiebung einer Bildungslauf- bahnentscheidung von der 4. Schulstufe auf die 6. bzw. 8. Schulstufe * individuelle Förderpläne

* Optimierung der Bildungsentscheidung

* zusätzliche umfangreiche Leistungsrückmeldungen

Einzelheiten * Kostenneutralität und Neutralität im Stundenverbrauch gegenüber dem Regelschulwesen, d.h. gleiche Zuteilung an Lehrerstunden wie im Regelsystem jeweils für Gymnasialstandorte (WE) und Hauptschulstandorte (APS- Planstellen). Dauer * Acht Jahre, sodass in vier aufeinander folgenden Jahren mit einer Klasse in der 5. Schulstufe begonnen werden darf und die Schülerinnen und Schüler bis zum Abschluss der 8. Schulstufe im Schulversuch verbleiben können. Evaluierungsparameter 1. Parallel zu den Versuchsstandorten Festlegung von Vergleichsstandorten ohne Schulversuch, die die Grundlage des Vergleiches bilden: mit vergleichbaren Rahmenbedingungen in Lage, Einzugsgebiet, Größenordnung der Schüleranzahl (Standorte-Plan). Wesentlich ist die gleiche Ressourcenzuteilung. 2. Festlegung von Leistungsvergleichen anhand von Bildungsstandards. 3. Anpassung der Qualität in der Berufsbildung (QIBB) auf diesen Schulen. 4. Vergleichskriterien sind *Schulwahlentscheidungen in den definierten Standorten im Vergleich mit anderen *Leistungsvergleiche *Ergebnisse der angepassten QIBB und Studien zu Gesundheit und Zufriedenheit 5. Internationale Evaluierung 6. Nach erstem vollem Durchlauf (vier Jahre nach Beginn) erster Evaluierungsbericht, danach jährlicher Fortschrittsbericht. Notwendige Änderungen im Schulorganisationsgesetz (SchOG) §7: * im Absatz 1: sinngemäß: Schulversuche können auch das Zweite Hauptstück betreffen, dadurch wird eine engere Kooperation zwischen Hauptschule und Gymnasium ermöglicht. * im Absatz 7: sinngemäß: Hier könnte die Fünf-Prozent- Klausel auf sieben Prozent ausgeweitet werden.

Somit wären alle Voraussetzungen gegeben, die „Neue Mittelschule“, aber auch die Modelle Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol, Steiermark usw. im Rahmen eines Schulversuchs zu ermöglichen.

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