Walter Strobl: Schmied hat Schuld am Scheitern der Verhandlungen

Wien (OTS) - Der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates, Walter Strobl, übte heute heftige Kritik an Unterrichtsministerin Schmied wegen des Scheiterns der Verhandlungen zur Schulreform.
"Wer glaubt, im Alleingang ein derartig großes Jahrhundertprojekt wie die komplette Systemumstellung des österreichischen Schulwesens in einer Nacht- und Nebelaktion über die Bühne zu bringen, muss sich den Vorwurf der Unprofessionalität gefallen lassen", betonte Strobl. Finnland habe acht Jahre gebraucht um die Umstellung des Schulsystems abzuschließen. Schmied habe offenbar geglaubt, sie könne das in einer Ho-ruck-Aktion in acht Wochen erledigen und alle würden ihr zujubeln.

Die Kritikpunkte

Konkret kritisierte Strobl die mangelnde professionelle Vorgangsweise Schmieds:
Im Koalitionsabkommen ist vorgesehen, dass alle bestehenden Schulversuche zur Mittelstufe evaluiert werden sollen. "Jeder Banker weiß, dass man sich zuerst die Ergebnisse von Modellen anschaut, bevor man eine generelle Systemänderung vornimmt. Von der Einführung von Modellregionen steht nichts im Koalitionsübereinkommen aber Schmied hat das alles ignoriert", erläuterte Strobl.

Weiters habe Schmied einen unausgegorenen Gesetzesentwurf, ohne Beiziehung des Koalitionspartners ÖVP vorgelegt und konnte bis zuletzt nicht erklären, welches inhaltliche Modell mit der Bezeichnung `Neue Mittelschule´ überhaupt gemeint sei.

Bundesländer haben teilweise sehr unterschiedliche Problemstellungen im Mittelstufenbereich und brauchen daher sehr unterschiedliche Antworten. Das gilt ganz besonders für Wien. "Warum nur Niederösterreich ein eigenes Modell zugestanden erhalten sollte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schmied hat bundesländereigene Modelle abgelehnt", so Strobl weiter.
"Die Mitwirkung der Schulpartner und hier vor allem der massiv betroffenen Eltern, ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen eines derartig großen Projektes. Wer sich erst gar nicht um die Herzen der Betroffenen bemüht, darf sich nicht wundern, wenn es nicht nur viele Fragen, keine gesellschaftliche und politische Akzeptanz, sondern nur massive Ablehnung gibt", meinte der Vizepräsident des Stadtschulrates.
"Wer so unprofessionell in Verhandlungen geht, darf nicht überrascht sein, wenn das unausgereifte Projekt der `Neuen Mittelschule´ scheitern musste", kritisierte Strobl die Vorgangsweise von Bundesministerin Schmied.

Für Wien plädierte Strobl für eine Fortsetzung der sehr konstruktiv begonnenen inhaltlichen Gespräche zur qualitativen Weiterentwicklung des Wiener Schulwesens.
"Wir sollten uns nicht von den Ungeschicklichkeiten auf Bundesebene in unserem Streben nach Reformen abbringen lassen. Wien hatte schon immer eine Vorreiterrolle", schloss Strobl.

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