Kdolsky: Kinder und Jugendliche nicht in Wirtschaftstauglichkeit drängen!

Familienministerin für bunte, vielfältige Schule statt Gesamtschule

Wien (ÖVP-PK) - In ihrem Schlussreferat bei der Familienenquete
des ÖVP-Parlamentsklubs warnte Familienministerin Dr. Andrea Kdolsky davor, Kinder und Jugendliche in die "Wirtschaftstauglichkeit" zu drängen. "Heute sind schon bei Kindern und Jugendlichen Beeinträchtigungen der Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung zu verzeichnen, die wir bisher nur von Erwachsenen kannten. Schon Kinder haben "Managerkrankheiten" und leiden unter ungesundem Stress, PISA-Diskussionen, Arbeitsmarktdebatten, unter Unsicherheiten und dem Druck des eigenen Umfeldes." Hier sei noch einiges zu tun, so die Ministerin. ****

An vorderer Stelle der Probleme Jugendlicher stünden, so Kdolsky weiter, außerdem Schulfrust, der Wunsch, eigenes Geld zu verdienen und mangelnde Vorstellungen über Ausbildungswünsche und -möglichkeiten. "Die Erfahrung lehrt uns, dass viele dieser jungen Menschen früher oder später den Sinn und die Notwendigkeit von (Berufsaus)Bildung für sich selbst sehr wohl erfahren bzw. einsehen."

Häufig sind sie dann aber in einer Lebenssituation, die es nicht mehr möglich macht, diese auf "normalem" Weg zu absolvieren. "Die Gesamtschule wird dieses Problem nicht lösen", betonte die Ministerin. "Was wir brauchen, ist eine bunte und vielfältige Schule, die jedem das Seine und nicht jedem das Gleiche bietet. Dabei müssen die Kinder und ihre Individualität im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen aber auch die Pädagoginnen und Pädagogen, die sich der Vielfalt ihrer Schülerinnen gewachsen sehen. Auch bei abgebrochenen Bildungswegen dürfen die absolvierten Teile und die damit erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht verloren gehen. Sie müssen festgehalten und zertifiziert werden, damit sie die Grundlage für eine spätere Qualifikation bilden können.

"Wir brauchen verstärkte Maßnahmen in der individuellen Beratung ALLER Jugendlichen. Das Spektrum möglicher Lebensgestaltungen ist unendlich groß, und es sind die Begabungen und Interessen der Jugendlichen, die ihren weiteren Lebensweg bestimmen sollen. Es können nicht nur die Anforderungen der Wirtschaft sein, die die Lebenswege bestimmen, sondern ein Zugehen beider Seiten aufeinander und ein ständiges voneinander Lernen sind notwendig. Die Wirtschaft muss sich öffnen und das Potential sehen, das ihnen entgeht, wenn sie sich nicht auf die Jugendlichen zu bewegt. Wenn es familienfreundliche Betriebe gibt, dann muss es auch jugendfreundliche Betriebe geben. Daher müssen unsere Maßnahmen von einer verstärkten individuellen Bildungs- und Ausbildungsberatung für Jugendliche, über gezielte Maßnahmen der Betriebe, das Potential von Jugendlichen zu entdecken und zu fördern, bis hin zu einer verstärkten Durchlässigkeit von Teilqualifikationen in der Anrechnung und Anerkennung im Lebenslauf reichen", zählte Kdolsky auf.

Das Familienministerium beschäftige sich bereits intensiv mit diesem Bereich. Es wird an der Anerkennung non-formaler Bildung gearbeitet, mit niederschwelligen Berufsberatungen wird versucht, in einer Art Peer-Learning Jugendliche zu motivieren sich ihrer Begabungen und Bedürfnisse klar zu werden. "Mit der Internetplattform 'jugendpolitik.at' werden wir ein Web-Suchportal schaffen, das ein gezieltes Auffinden von jugend-relevanten Websites ermöglicht", kündigte die Ministerin abschließend an.
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