Heinisch-Hosek appelliert an Hahn: Instrumentarien zur Gleichbehandlung an Unis überprüfen

SPÖ-Frauensprecherin bei Enquete zu gleichstellungspolitischen Instrumenten an Unis

Wien (SK) - "Ich möchte Minister Hahn an das Regierungsabkommen erinnern, in dem festgeschrieben steht, dass wir mehr Frauen in wissenschaftlichen Positionen sehen wollen. Daher müssen die entsprechenden Instrumentarien überprüft werden. Die heutige Veranstaltung hat gezeigt, dass man für dieses Anliegen noch einiges machen kann", erklärte SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Dienstag bei einer Veranstaltung des Frauenministeriums mit dem Titel "Frauen fördern - Fortschritt sichern. Gleichstellungspolitische Instrumente an österreichischen Universitäten: Status Quo - Ziele - Strategien". "Wir stecken mitten im Evaluierungsprozess des UOG 2002. Diesen Prozess sollte man auch als Gleichbehandlungsinstrumentarium verstehen", ist für Heinisch-Hosek offensichtlich. Nachdem Minister Hahn am Weltfrauentag bekräftigt habe, dass ihm Frauen in der Wissenschaft ein Anliegen seien, werde sie als Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses mit konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Frauenförderung an den Universitäten mit dem Wissenschaftsminister in Diskussion treten, so Heinisch-Hosek. ****

Lisa Schindler vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung referierte "Akademische Frauenbiografien, Karriereplanung und Berufslaufbahn aus Frauensicht". Ihr Fazit: "Frauen studieren vermehrt in massiv unterfinanzierten Studien mit miserablen Studienbedingungen". Außerdem kritisierte sie, dass Lehrende oft nicht entsprechend sensibilisiert im Ungang mit und in der Förderung von Studentinnen seien.

Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin an der Medizinischen Universität Wien analysierte die UG-Reform aus Frauenperspektive. Sie machte sich für eine Stärkung der Arbeitskreise für Gleichbehandlung stark. So nannte sie unter anderem Rechtsmittel bei Einsprüchen, Gleichstellung mit dem Betriebsrat und ein Stimmrecht im Unirat als "diskussionswürdige Forderungen".

"Dass Minister Hahn die Förderung von Drittmitteln steigern möchte, ist eine fürchterliche Vorstellung", empörte sich Brigitte Ratzer von der TU-Wien. Außerdem wünscht sie sich, dass "Lehre ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Exzellenz werden muss".

Richard Gamauf vom Juridikum Wien forderte eine Professionalisierung, beispielsweise entsprechende juristische und administrative Unterstützung, des Gleichbehandlungsarbeitskreises an den Universitäten.

"Arbeitskreise - zwischen Theorie und Praxis" war das Thema des Referats von Barbara Hinterstoisser, Professorin an der Universität für Bodenkultur. Sie kann sich einen Kündigungsschutz der Mitglieder des Gleichbehandlungsarbeitskreises vorstelle. Ferner erinnerte sie daran, die Beschäftigten der Industrie und von nicht akademischen Personal, die an den Universitäten tätig sind, in Gleichstellungsfragen nicht zu übersehen. (Schluss) re

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