Buchinger will mit "Aktion 500" bis Sommer 500 neue Jobs für Behinderte schaffen

600 Euro zusätzliche Förderung, sechs Monate lang, für jeden zusätzlichen Arbeitsplatz für behinderte Menschen

Wien (SK) - Sozialminister Erwin Buchinger hat am Dienstag eine
neue Initiative zur besseren Integration von behinderten Menschen am Arbeitsmarkt vorgestellt. Mit der "Aktion 500" will er von 1. November dieses Jahres bis 31. Juli 2008 mindestens 500 behinderte Menschen, die derzeit einen Arbeitsplatz suchen, in Beschäftigung bringen. Dafür gibt es, wie der Sozialminister in einer Pressekonferenz erläuterte, für Unternehmen, die in diesem Zeitraum einen zusätzlichen Arbeitsplatz für Behinderte zur Verfügung stellen, sechs Monate lang pro Monat 600 Euro zusätzlich an Förderung. ****

Auch bei Ausbildungsplätzen, die derzeit mit 400 Euro pro Monat gefördert werden, wird die Förderung auf 600 Euro erhöht. Außerdem werden auch behinderte Menschen, die sich selbstständig machen, von der Förderung profitieren, ebenfalls mit 600 Euro pro Monat sechs Monate lang. Die Förderung soll "ganz unbürokratisch" gewährt werden, sagte Buchinger, die zuständige Stelle ist das Bundessozialamt. Mit der "Aktion 500" will Buchinger die Zunahme bei der Arbeitslosigkeit von behinderten Menschen stoppen und umkehren.

Diese Initiative sei auch deswegen so wichtig, weil anders als im allgemeinen Trend die Arbeitslosigkeit bei behinderten Menschen nicht sinkt, sondern sogar leicht steigt. Insgesamt gibt es 94.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter mit einer Behinderung von mehr als 50 Prozent. Von ihnen sind rund 60.000 in Beschäftigung und rund 5.000 als arbeitsuchend vorgemerkt. 30.000 leben zuhause oder beziehen eine Pension.

Der Sozialminister hält es für sehr wichtig, dass behinderte Menschen "einmal den Fuß in die Tür" zum Arbeitsleben bekommen. Darum glaubt er auch, dass nach Ablaufen den zusätzlichen Förderung der Großteil der neue geschaffenen Jobs erhalten bleibt. Denn die Erfahrung zeige, dass die Unternehmen mit der Arbeit von behinderten Menschen oft sehr zufrieden seien.

In dem Zusammenhang machte Buchinger klar, dass die Ängste von Unternehmerseite, dass man behinderte Mitarbeiter nicht mehr kündigen könne, übertrieben seien. Trotzdem liege in dieser Befürchtung einer der Gründe, warum es behinderte Menschen so schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Im Vorjahr habe es 633 Anträge auf Kündigung gegeben, davon sei nur in 32 Fällen die Kündigung untersagt worden.

Begleitend zur Aktion 500 wird es ab Anfang 2008 eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung ("Disability Flexicurity") geben. Dadurch sollen DienstgeberInnen ermutigt werden, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen und die Leistungsfähigkeit dieser zu erproben, um letztlich eine Übernahme in den Betrieb zu erwirken. Außerdem wird in Kooperation mit Wirtschaftstreuhändern und Steuerberatern sowie mit Personalberatern eine Kampagne zur besseren Information von Klein- und Mittelbetrieben gestartet.

Die Finanzierung sei mit zwei Millionen Euro auf 500 Fälle ausgelegt, er würde sich aber freuen, wenn er diesen Rahmen überschreiten könnte, sagte Buchinger. Insgesamt werden heuer für Behinderten-Beschäftigungsoffensive 150 Millionen Euro aufgewendet, das sind um elf Millionen mehr als im Vorjahr, informierte der Sozialminister abschließend. (Schluss) wf

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