ÖAMTC fordert Nachjustierung der geplanten Zuschläge auf die bestehende NoVA

Absenkung der Malusgrenzen soll zeitlich gestaffelt erfolgen - von 200 Gramm ab 2008 bis 160 Gramm ab 2010

Wien (OTS) - Der Club unterstützt alle Maßnahmen, die Klimaschutz bei Aufrechterhaltung der notwendigen Mobilität gewährleisten. "Ein klares Ja kommt vom ÖAMTC zu fairen und durchdachten klimapolitischen Maßnahmen", so Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Das derzeit am Tisch liegende Bonus-Malus-Modell bei der NoVA trifft aber bei weitem nicht nur die "CO2-Schleudern". Der ÖAMTC schlägt deshalb eine schrittweise Absenkung der Malusgrenzen vor, zum Beispiel 200 Gramm CO2/km ab 2008, 180 Gramm CO2/km ab 2009 und 160 Gramm CO2/km ab 2010. "Bis dahin können die Hersteller ihr Angebot anpassen. Das ist nur fair den Autofahrern gegenüber, die ja bereit sind, etwas für die Umwelt zu tun", sagt Brugger-Brandau.

Die österreichischen Autofahrer haben in den vergangenen zwanzig Jahren rund 80 Milliarden Euro durch die Anschaffung moderner Fahrzeuge in den Umweltschutz investiert (Katalysator, Entschwefelung, bleifreier Sprit, Partikelfilter). "Dabei hat sich gezeigt, wie praktikabel Anreizsysteme sind. Deshalb sind 'Steuerzuckerl' wie die geplante Belohnung bei Kauf eines extrem CO2-armen Pkw begrüßenswert", stellt die Club-Expertin klar. Mit dem derzeit geplanten NoVA-Malus-System zahlt das Gros der österreichischen Autofahrer aber doppelt drauf.

Zur ohnehin schon hohen NoVA (derzeit bis zu 16 Prozent des Nettopreises plus 20 Prozent Mehrwertsteuer) soll je nach CO2-Ausstoß noch ein Zuschlag von 30 Euro (inkl. Mwst.) pro Gramm CO2/km über 160 Gramm dazukommen. Wer sich in Zukunft einen Mittelklassewagen kauft, hat also die Wahl. Entweder er entscheidet sich für das günstigste Einstiegsmodell, was aufgrund eines meist höheren CO2-Ausstoßes zu einem Steuermalus führt. Oder er bevorzugt ein "besseres" Modell mit geringerem CO2-Ausstoß und zahlt mehr Anschaffungskosten samt hoher NoVA.

"Dieser Nachteil wird ab der Mittelklasse aufwärts schlagend. Besonders krass fällt der Vergleich bei den typischen Familienfahrzeugen aus", erklärt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin. Dort sind die Einstiegsmodelle praktisch immer wesentlich billiger in der Anschaffung, fallen aber alle unter den Malus. "Da der Kaufpreisunterschied häufig in der Größenordnung um die 2.000 Euro liegt, ist der CO2-Malus oft die billigere Variante. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein und der Konsument zahlt im wahrsten Sinn des Wortes drauf", sagt Brugger-Brandau. So zahlt man zum Beispiel für das Einstiegsmodell des C4 Picasso 21.900 Euro und eine Strafsteuer von 900 Euro. Das günstigste Modell unter 160 Gramm CO2-Ausstoß kostet 23.700 Euro.

Dieselboom und Abschaffung der Partikel-Filterförderung sind Umwelt-Bumerang

Weiters kritisiert der Club, dass mit der geplanten Maßnahme ein künstlicher Dieselboom erzeugt wird. Dieselfahrzeuge sind bei vergleichbaren Modellen meistens CO2-günstiger als die entsprechenden Benziner. Wer also NoVA sparen möchte, wird künftig vermehrt zum Diesel greifen. "Und das zu einem Zeitpunkt, wo der Dieselpreis am Höchststand ist und die Mineralölsteuer-Erhöhung erst kürzlich die Erhaltung massiv verteuert hat", warnt der ÖAMTC vor einem drohenden Preisanstieg bei noch stärkerer Nachfrage. Zusätzlich soll mit der NoVA-Reform auch noch die Partikelfilter-Förderung früher als verlautbart, nämlich mit 29. Februar 2008, auslaufen. Ein Autokauf muss nicht zuletzt aufgrund der immer angespannteren finanziellen Situation der Autofahrer geplant werden. Wenn die Partikelfilter-Förderung, mit der man bis 30. Juni 2008 rechnen konnte, nun vorzeitig abgeschafft wird, fehlt die Rechtssicherheit für die Konsumenten. "Viele müssen dann überhaupt auf einen Neukauf verzichten. Das ist ein Bumerang für die Umwelt", so die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend.

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