Trio des Jahres: Fest zu Ehren des Mittelstandes

Gusenbauer, Bartenstein, Leitl würdigen KMU als stabiles Rückgrad der Wirtschaft

Wien (PWK801) - Zur Jubiläumsveranstaltung hatten gestern, Montag, die Bundessparten Gewerbe und Handwerk sowie Information und Consulting geladen: Nunmehr zum bereits 15. Mal wurden im Rahmen des "Trio des Jahres" die besten Unternehmer aus diesen beiden Sparten geehrt. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und WKÖ-Präsident Christoph Leitl gaben sich die Ehre, die Preisträger auszuzeichnen, und folgten damit der Einladung von Georg Toifl, Obmann der BS Gewerbe und Handwerk, sowie Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der BS Information und Consulting. Das Unternehmertrio des Jahres ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Bank Austria mit dem Wirtschaftsmagazin Trend, den Bundessparten Gewerbe und Handwerk sowie Information und Consulting.

WKÖ-Präsident Leitl hob in seiner Ansprache hervor, dass es sich beim Mittelstand um das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft handle: "Der Mittelstand erfüllt, was sich die Bundesregierung an Zielen vorgenommen hat: Er ist der größte Ausbildner, der größte Innovationsleister und der größte Steuerzahler." In den letzten 2 Jahren sind über 100.000 neue Jobs geschaffen worden. Der Mittelstand ist damit jener Träger, um wieder Vollbeschäftigung zu erreichen.

Leitl richtete auch seinen Dank an Wirtschaftsminister Bartenstein, der die Ideen der WKÖ in Sachen soziale Absicherung von Unternehmern aufgegriffen und mit der Abfertigung neu für Selbständige und einer sozialen Absicherung im Falle einer Arbeitslosigkeit umgesetzt habe.

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, müsse Österreich in verschiedener Hinsicht besser aufgestellt sein als andere. "Wir müssen innovativer sein und in der Ausbildung unserer Jugend neue Maßstäbe setzen", so der WKÖ-Präsident. Für eine aktive Unternehmerpolitik wünscht sich Leitl u.a. die Umsetzung eines Gründungsfreibetrags in Höhe von 50.000 Euro (absetzbar über 5 Jahre in Höhe von jeweils 10.000 Euro).

Gusenbauer würdigte in seiner Laudatio vor allem die Ausbildungsleistungen der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe. Gusenbauer: "Die hervorragende Ausbildung in den mittelständischen Betrieben ist mit ein Garant für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft und ihren guten Ruf. "Kritik äußerte der Bundeskanzler an den Defiziten im Pflichtschulbereich. Gusenbauer:
"Wenn fast 20% der 15-Jährigen Schwierigkeiten mit den prinzipiellen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen haben, so können wir die Verantwortung für das Nachholen dieser Leistungen nicht auf die Betriebe oder die Berufsschule abwälzen. Wir müssen jedem Schulabgänger auch die notwendigen Fähigkeiten für die Arbeitswelt mitgeben. Unsere wirtschaftliche Zukunft hängt von der Qualität der Unternehmen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Viele müssen besser werden, damit es uns allen auch in Zukunft so gut geht wie gegenwärtig."

Der Bundeskanzler forderte daher "neue Weichenstellungen in der Bildungspolitik", als einen Aspekt zur perspektivischen Absicherung der Wirtschaftsstandortes Österreich. Gusenbauer: "Wir müssen die guten Zeiten, die wir gegenwärtig vorfinden, für Reformen nützen. Das betrifft aber nicht alleine die Bildungseinrichtungen. Es ist nun auch die Zeit für neue Weichenstellungen in der Budget-, Struktur-und Forschungspolitik."

Wirtschaftsminister Bartenstein betonte, dass mit der "Trio-Auszeichnung" der Unternehmergeist gefördert werde, um mehr Menschen als bisher Mut zum Schritt in die Selbständigkeit zu machen. "Österreich ist ein Land, in dem der Mittelstand und da vor allem die Familienunternehmen besondere Bedeutung für die Wirtschaftsleistung haben", so Bartenstein. So leisten die KMU Überdurchschnittliches, wenn es um die Ausbildung von Lehrlingen "und damit der Fachkräfte von morgen" geht.

Der Bedeutung des Mittelstandes werde durch Liberalisierungsschritte und administrative Vereinbarungen Rechnung getragen, betonte Bartenstein. Auch das KMU-Förderungsgesetz von 2006 mit einem jährlichen steuerlichen Entlastungsvolumen von 190 Millionen Euro sei in diesem Zusammenhang zu nennen.

"Gut zu sein schließt nicht aus, noch besser werden zu können", fuhr Bartenstein fort. Auch mit einer besseren sozialen Absicherung will Bartenstein den Schritt zum Unternehmer attraktiver machen:
"Soziale Absicherung ist nicht länger teilbar, deshalb dehnen wir jetzt das Erfolgsmodell der Mitarbeitervorsorge auf die Selbstständigen aus".

Gewerbe-Obmann Toifl sprach in seinen Worten das Thema Erfolgsbeteiligung an, "ein Thema, das stark diskutiert wird und die kleinen und mittleren Unternehmen vor besondere Herausforderungen stellt". Man müsse aber zwischen Aktiengesellschaften und den 99,5 Prozent KMU in Österreich unterscheiden. Die Steuergesetze müssten jedoch den Anforderungen einer Mitarbeiterbeteiligung, die wirklich den Mitarbeitern zugute kommt und Unternehmen nicht ruiniert, angepasst werden.

Neben dem 15-Jahr-Jubiläum feierte die Bundessparte Information und Consulting auch ihren fünften Geburtstag. Pollirer betonte, dass die hier vertretenen Unternehmen die Vorreiter der heimischen Info-und Wissensgesellschaft seien. Die Entwicklung der Umsätze sei hervorragend, die Exportquote liege bereits bei 10 Prozent. Sein Wunsch für die nähere Zukunft: Die Schaffung eines eigenen IKT-Ministeriums.

Ihre Glückwünsche sprechen auch die Co-Veranstalter, vertreten durch Regina Prehofer, Vorstandsmitglied der BA-CA AG, sowie Reginald Benisch, Chefredakteur des Trend aus. (us)

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