Plassnik: "Einbeziehung der Frauen als Grundlage für eine Renaissance der arabischen Welt"

Außenministerin trifft Frauen aus Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft in Ägypten

Kairo (OTS) - "Für die Zukunft des arabischen Raumes ist die Einbeziehung der Frauen unverzichtbar - ohne sie wird es keine Renaissance der arabischen Welt geben. Ägypten kann hier eine herausragende Vorbildrolle übernehmen", so Außenministerin Ursula Plassnik heute bei ihrem Treffen mit engagierten Frauen aus der ägyptischen Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft, den Medien und der Zivilgesellschaft. Unter ihnen waren Tahani Al-Gibaly, die erste ägyptische Richterin, Nehad Abu El Komsan, Direktorin des ägyptischen Zentrums für "Women's Rights", Moushira Khattab, Leiterin des "National Council for Childhood and Motherhood" und Yousriya Loza-Sawiris, die sich besonders in den Armenvierteln von Kairo engagiert. Die Außenministerin verwies in diesem Zusammenhang auf den Arab Human Development Report aus dem Jahr 2005, der auch Grundlage für die Nahostfrauenkonferenz Ende Mai in Wien war.

"Mir ist es wichtig, aus erster Hand zu erfahren, wie die Situation für Frauen und Mädchen in Ägypten ist, was sich in den letzten Jahren verbessert hat, aber auch, wo es noch Probleme oder Herausforderungen gibt. Ich will Frauennetzwerke stärken, unsere Kooperationsmöglichkeiten und den Dialog untereinander verbessern. Denn nur gemeinsam können wir erreichen, dass Frauen ihr Potential voll ausschöpfen und in ihre Gesellschaften einbringen", so Plassnik. Themen des gegenseitigen Austauschs waren Gewalt gegen Frauen, insbesondere der Kampf gegen die Genitalverstümmelung, die Situation der Frauenrechte, die Teilhabe am politischen und wirtschaftlichen Leben und der Zugang zur Bildung.

Ägypten ist im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und gegen Genitalverstümmelung besonders engagiert. So berichtete Moushira Khattab von einem Netzwerk von jungen Freiwilligen, die ihre persönlichen Erfahrungen weitergeben und so erreichen, dass dieses Thema auch öffentlich wahrgenommen wird. Über Gewaltverbrechen gegen Frauen werde nun auch auf den Titelseiten der Zeitungen berichtet -das sei vor einigen Jahren noch unvorstellbar gewesen. Khattab dankte in diesem Zusammenhang auch der EU für ihre Unterstützung bei den ägyptischen Initiativen.

"Der Zugang zur Bildung und ihre Qualität ist der Schlüssel für eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Gesellschaft", so Plassnik. Mona Mostafa ElBaradei, Vorsitzende der wirtschaftlichen und politischen Fakultät betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Ausbildung der Lehrer sei. So wurden in den letzten drei Jahren Trainingsprogramme für Lehrer an zirka 720 ägyptischen Schulen durchgeführt.

In Bezug auf die Situation der Frauenrechte in Ägypten betonten Teilnehmerinnen, dass diese auch in der neuen Verfassung im Zusammenhang mit der Einhaltung des islamischen Rechts stehe. Hala Mustafa, Chefredakteurin des "Democracy Review": "Das erste, das im Kampf gegen die Islamisten geopfert wird, sind die Frauenrechte."

Plassnik rief abschließend die Teilnehmerinnen dazu auf, die Kontakte fortzusetzen und Netzwerke weiter zu verdichten: "Wir müssen Frauen dazu ermutigen, ihren gerechten Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Eine Gesellschaft ohne die umfassende Mobilisierung des Potentials der Frauen schränkt sich zum eigenen Nachteil ein", so die Außenministerin.

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