Prammer begrüßt den Verband der Akademikerinnen Österreichs Der VAÖ feiert heuer sein 85jähriges Jubiläum

Wien (PK) - Die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer begrüßte heute Abend im Palais Epstein den Verband der Akademikerinnen Österreichs (VAÖ), der heuer sein 85jähriges Bestehen feiert. Sie selbst sei seit vielen Jahren Mitglied im VAÖ, der ein wichtiges Netzwerk darstelle und dessen Aufgabe es auch in Zukunft sei, gerade jungen Frauen den Rücken zu stärken und sie in ihrer beruflichen Laufbahn zu unterstützen. Obwohl die weiblichen Studierenden ihre männlichen Kollegen an den Unis zahlenmäßig schon längst überholt haben, gebe es noch eine Reihe von Herausforderungen, meinte Prammer, wie etwa das Überwinden der gar nicht unbeträchtlichen Einkommensschere auch bei Akademikerinnen, die geringe Professorinnenquote oder die Schaffung eines breiten und leichteren Zugangs zu den Universitäten für junge Menschen aus allen sozialen Schichten. Was den beruflichen Aufstieg betrifft, so wünsche sie sich, dass jede Frau, die es "geschafft hat", mindestens zwei Frauen auf ihrem Weg mitnimmt.

Die Vorsitzende der VAÖ-Wien Ingrid Nowotny verlas zudem eine Grußadresse von Bundespräsident Heinz Fischer, der dem VAÖ für sein erfolgreiches Wirken dankte. Obwohl es in Österreich schon zahlreiche Frauen in führenden Positionen gebe, müssen noch viele Schritte gesetzt werden, um eine echte Gleichstellung zu erreichen. Im besonderen appellierte er daran, einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen zu pflegen.

An der gut besuchten Veranstaltung nahmen zudem noch die Rektorin der Universität für Bodenkultur, Ingela Bruner, sowie die ehemalige Präsidentin der Österreichischen Nationalbank, Maria Schaumayer, teil. Während Bruner, die vor kurzem zur ersten weiblichen Rektorin in Österreich gewählt wurde, sehr persönliche Worte an die Teilnehmer der Veranstaltung richtete und all jenen Menschen dankte, die für sie sehr prägend waren und sie in ihrer Entwicklung unterstützten, thematisierte Schaumayer den Stellenwert von Akademikerinnen in der Gesellschaft. Ihrer Meinung nach sei mit der universitären Ausbildung, die nicht als bloßes Vehikel zur Selbstverwirklichung oder als Privileg angesehen werden soll, eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft verbunden.

Die Kuratorin des jüdischen Museums in Wien, Gabriele Kohlbauer, hielt ein Kurzreferat über "Die historische Bedeutung der Gründerinnen des Akademikerverbandes und Holocaust-Opfer, Elise und Helene Richter". Elise, die am 2. März 1865 in Wien geboren wurde, studierte in ihrer Heimatstadt Romanistik und wurde 1901 die erste weibliche Doktorin. Obwohl sie 1907 als erste Frau in Österreich habilitierte, blieb ihr der ordentliche Professorentitel verwehrt. Am 9. Oktober 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Schwester Helene nach Theresienstadt deportiert, wo sie auch verstarb. Beide Frauen waren stille Vorkämpferinnen für die Frauenbewegung und standen für einen freien Zugang zu Wissenschaft und Bildung, betonte Kohlbauer.
Der Verband der Akademikerinnen Österreichs wurde im Jahr 1922 von Elise Richter gegründet. Der überparteiliche und überkonfessionelle VAÖ vertritt die Interessen der Frauen an den Universitäten und in den akademischen Berufen. Die Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Verwaltung, der Medien und der Politik. (Schluss)

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