Öllinger: Tag der Lehre droht zum Tag der Selbstbeweihräucherung zu werden

Lehre darf junge Menschen nicht in wertvolle und weniger wertvolle Menschen teilen

Wien (OTS) - "Es ist zwar schön, wenn die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach Lehrstellen kleiner wird, aber den einzelnen Lehrstellensuchenden in Wien, wo es fünf Mal so viele Lehrstellensuchende wie Lehrstellen gibt, nützt das gar nichts", meint der stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl Ölllinger. "Die inszenierte Selbstbeweihräucherung von Politik und Wirtschaft am Tag der Lehre ist unangebracht."

Neben dem fehlenden Angebot gilt es auch, die Rahmenbedingungen und die Qualität der Lehrausbildung zu verbessern, meint Öllinger: "Die Lehrlingsentschädigung in von jungen Frauen bevorzugten Lehrberufen ist noch immer weit niedriger als in den von jungen Männern bevorzugten Lehrberufen", kritisiert Öllinger. Diese Ungleichbehandlung junger Menschen nach Geschlecht und beruflicher Orientierung verfolgt sie ein ganzes Berufsleben lang. "Wer etwas gegen die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen tun will, muss bei den Einstiegsgehältern und den Lehrlingsentschädigungen anfangen", fordert Öllinger. "Die Festlegung einer Mindestlehrlingsentschädigung wäre da zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung."

Ungerechtigkeiten sieht Öllinger aber auch in der Behandlung jener jungen Menschen, die keine Lehrstelle finden konnten und nun in Kursen ausgebildet sind. Diese Menschen werden mit höchst unterschiedlichen, vor allem aber extrem niedrigen Entschädigungen abgespeist, kritisiert Öllinger. "Ausbildung und gerechte Entlohnung ist Voraussetzung dafür, dass junge Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden", so Öllinger. "Die Politik des Auseinanderdividierens in wertvolle und weniger wertvolle junge Menschen ist beschämend und beängstigend. Eine derart ausgrenzende, entwertende und verletzende Behandlung haben junge Menschen nicht verdient."

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