Kundenerwartungen ans interaktive Fernsehen: Interesse und Markt ganz klar vorhanden

Zeitunabhängiges TV für 3/4 der Österreicher interessant - Für mehr regionale und lokale Informationen samt Ö-Nachrichtensender - Studie bei den Cable Days präsentiert

Wien (PWK792) - "Fernsehen zählt nach wie vor zu den Lieblingsfreizeitbeschäftigungen der Menschen in unserem Land" - so fasste David Pfarrhofer, Vorstand des Market-Institutes, das Verhältnis von Herrn und Frau Österreicher zu TV-Angeboten zusammen. Der Marktforscher hat im Auftrag des Fachverbandes der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen der WKÖ Erwartungen an das Leitmedium TV erhoben. Präsentiert wurden die Ergebnisse bei den Cable Days 2007, der Branchenveranstaltung der Kabel-TV-Wirtschaft , in Salzburg.

Erfreulich: Auch an künftigen Weiterentwicklungen, wie beispielsweise der Kombination von TV und Internet, zeigt ein Großteil der Befragten Interesse. Fazit des Marktforschers: "Die Angebote an interaktivem Fernsehen sind durchaus spannend. Vor allem Menschen unter 30 Jahren zeigen sich sehr interessiert. Gefragt sind Downloadmöglichkeiten von Filmen und Angebote rund um Information, Kommunikation und Unterhaltung."

Als besonderes Highlight hat sich im Zuge der Untersuchung zeitversetztes bzw. zeitunabhängiges Fernsehen (also die gewünschte Sendung zu einem selbst gewählten Zeitpunkt ansehen zu können) herauskristallisiert: Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher finden diese Möglichkeit interessant.

Nicht ganz unerwartet sind Interessen am Fernsehen von morgen geschlechterspezifisch sehr unterschiedlich: Männer präsentieren sich erwartungsgemäß sportinteressierter als die Frauen und wünschen sich demnach deutlich mehr Sport-TV-Komfort als die Österreicherinnen. Die weibliche Hälfte Österreichs ist hingegen kulturinteressierter und kann auch einem Mehr an Casting-Shows etwas abgewinnen.

Noch größer sind allerdings die Unterschiede in den verschiedenen Altersgruppen: TV-Konsumenten ab 50 zeigen Interesse an einem Nachrichten- sowie einem Kultursender, sind jedoch in anderen Bereichen weit weniger euphorisch als die jüngere Generation. Besonders aufgeschlossen für mögliche Neuerungen zeigen sich die 15-bis 29-Jährigen: Zeitliche Unabhängigkeit und Herunterladen von Filmen auf den TV, aber auch die Kombination TV und Internet, spricht die Jugend an. Sie sieht im interaktiven Fernsehen ein Full-Service-Unterhaltungsmedium, von der individuellen Planung des TV-Programms über die Nutzung des interaktiven TV-Geräts als Kommunikations- und Informationsterminal bis hin zur Bestellung lokaler Dienstleistungen, Nutzung als "Spielgerät" und zur Präsentation selbstgemachter Fotos und Videos werden eine Vielzahl von Angeboten als interessant und spannend erlebt.

Neben zeitunabhängigem Fernsehen wünschen sich die Österreicher für die Zukunft des Fernsehens mehr regionale und lokale Informationen - und kann sich sogar einen eigenen österreichischen Nachrichtensender vorstellen. Vor allem das Lesen der Tageszeitung im TV würde die breite Zustimmung der Bevölkerung finden, gleiches gilt auch für ein Herunterladen von Filmen auf den eigenen Fernseher und das Mitmachen bei Abstimmungen mittels der eigenen Fernbedienung. Das Fernsehen von Morgen bietet damit aus Kundensicht mehr Komfort, mehr Information und mehr Unterhaltung.

Der Download von Filmen, Konzertmitschnitten und Musikvideos wäre vor allem der Jugend etwas wert: Knapp zwei Drittel der TV-User zwischen 15 und 29 Jahren können sich Bestellung und Download von Filmen vorstellen. Für das Herunterladen von Filmen wären Interessenten bereit, durchschnittlich etwa 3,50 Euro pro Blockbuster zu bezahlen. An zweiter Stelle auf der Beliebtheits- und Nachfrageskala rangieren Konzerte und Musikvideos.

Günther Singer, Obmann des Fachverbandes Telekom/Rundfunk der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), hielt dazu fest: "Die Kabelnetzbetreiber als Anbieter von TV-, Breitbandinternet- und Telefoniediensten wären schon derzeit technisch in der Lage, ihre Kunden mit interaktiven TV-Diensten zu versorgen." Um aber beispielsweise echte Video-on-demand- oder Timeshift-Dienste anbieten zu dürfen, fehlt es allerdings oftmals an den dafür erforderlichen Rechten. Singer forderte daher bei den Cable Days, den Rechteerwerb für die Branche zu erleichtern. Insbesondere das derzeitige Lizensierungssystem für neue Dienste durch eine Vielzahl von Verwertungsgesellschaften ist innovationsfeindlich und wachstumshemmend.

Interaktives Fernsehen heißt: Aktiv ins Fernsehprogramm eingreifen - das weiß ein Drittel der Menschen in Österreich. Aber immerhin ein Drittel der Bevölkerung kann mit diesem Begriff (noch) nichts anfangen. Damit wird deutlich, dass mehr an Informationen rund um interaktives Fernsehen notwendig sind bzw. gewünscht werden. Während ältere Österreicherinnen und Österreicher sowie weniger Gebildete wenig begeistert bis skeptisch reagieren, sind vor allem junge Konsumenten und Bildungseliten sehr interessiert an dieser neuen Form des Fernsehens. Im geschlechterspezifischen Vergleich zeigen sich die Männer interessierter als die Frauen.

Die Vortragsunterlage von der Präsentation der Erhebungsergebnisse bei den Cable Days 2007 ist auf www.cable-days.at/studie.pdf zu finden. Die Cable Days, die heuer erstmals als Fachtagung und Branchenmesse alle relevanten Vertreter von Kabelnetzbetreibern, Rundfunkveranstaltern und der Zulieferindustrie zum Thema "Fernsehen in der Zukunft" an einem Ort versammeln, finden noch heute, Freitag, im Kavalierhaus des Schlosses Klessheim in Salzburg statt. (JR)

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