AK zum Tag der Lehre: Mehr Lehrstellen mit Qualität nötig

Studie für die AK zeigt großen Bedarf an Ausbildungsplätzen mit Qualität

Wien (OTS) - "Bei den Lehrstellen muss die Menge stimmen - und die Qualität", sagt Christoph Klein, Leiter des AK Bereichs Soziales heute bei der Podiumsdiskussion zum "Tag der Lehre". Denn noch werden drei Viertel der Mädchen und die Hälfte der Burschen in jeweils nur zehn Lehrberufen ausgebildet - und mehr als die Hälfte der Ausgelernten arbeitet drei Jahre nach Abschluss nicht mehr in der Branche des Lehrbetriebs, zeigt eine von der AK beauftragte aktuelle Studie über die Erwerbskarrieren von Lehrlingen in Wien. "Wir haben großen Bedarf an Ausbildungsplätzen mit guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt", so Klein: "Uns ist wichtig, dass die Bundesregierung rasch das Maßnahmenpaket der Sozialpartner für mehr und bessere Lehrstellen umsetzt." Rasch kommen muss vor allem die neue Zukunftsförderung für Lehrbetriebe, bei der die Qualität der Ausbildung im Vordergrund steht.

Die Analyse der Erwerbskarrieren von Lehrlingen zeigt am Beispiel des Wiener Lehrstellenmarktes, dass sich der Großteil der Lehrverhältnisse nach wie vor auf ein eher enges Spektrum aus der Fülle an Lehrberufen konzentriert: Es sind nur zehn Berufe, in denen gleich mehr als die Hälfte der Burschen ausgebildet wird - und wieder nur zehn Berufe, in denen es Ausbildung für mehr als drei Viertel der Mädchen gibt. Dass es sich dabei nicht immer um die zielführendsten Ausbildungen handeln dürfte und wohl auch nicht immer die optimale Ausbildungsqualität erreicht wird, macht ein weiterer Befund deutlich: Etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die im dritten Jahr nach der Lehre erwerbstätig sind, hat die Branche gewechselt. Dahinter stecken teilweise ganz unproblematische Erklärungen - zum Beispiel, dass ein Elektriker nach seiner Lehre als Hauselektriker in einem Großkaufhaus arbeitet. Aber die große Zahl der Branchenwechsel zeigt doch, dass in vielen Fällen eine andere Lehre wohl die bessere Basis für die spätere Berufstätigkeit geboten hätte.

"Wenn die Wirtschaft Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften hat, dann müssen wir vor allem dafür sorgen, dass die Jungen gute Ausbildung in den richtigen Berufen bekommen", sagt Klein. Nach Auffassung der AK ist deutlich mehr Berufsorientierung frühzeitig vor der Entscheidung für eine Lehre nötig. Wichtig ist auch eine Förderung der Lehrbetriebe, die starke Anreize für qualitativ hochwertige Ausbildung in Berufen mit guten Zukunfts- und Einkommenschancen setzt. In diese Richtung geht das Maßnahmenpaket für mehr und bessere Lehrstellen, das die Sozialpartner der Regierung vorgelegt haben.

"Wichtigstes Ziel ist die Ausbildung der Lehrlinge im Betrieb", sagt Klein. Deshalb soll rasch die neue Zukunftsförderung für Lehrbetriebe umgesetzt werden, die die Sozialpartner vorschlagen:
Alle Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, sollen eine Basisförderung bekommen, die von der Höhe der jeweiligen Lehrlingsentschädigung abhängt und damit Zukunftsberufe und Berufe mit höherem Aufwand für die Ausbildungsbetriebe stärker fördert. Wer wiederum besonders qualitätsvolle Lehrausbildung anbietet, soll zusätzlich gefördert werden. Gefördert werden sollen zum Beispiel Berufe mit Fachkräftemangel, Ausbildungsverbünde, die Ausbildung von lernschwachen Jugendlichen, und es soll Prämien geben, wenn Lehrlinge die Ausbildung mit gutem oder ausgezeichneten Erfog abschließen. Ergänzend soll Jugendlichen, die trotzdem keine Lehrstelle im Betrieb bekommen, etwa in Lehrwerkstätten Ausbildung mit Abschluss garantiert werden.

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