ÖGB-Thum: PensionistInnen dürfen sich Pensionsanpassung selbst finanzieren

Ein Teil der ohnehin zu niedrigen Anpassung wird durch höhere Krankenkassenbeiträge aufgefressen

Wien (ÖGB) - "Es ist eine Zumutung, dass die Pensionistinnen und Pensionisten als einzige die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge alleine zahlen müssen", sagt Werner Thum, Vorsitzender der ÖGB-PensionistInnen. Bei Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber die Beitragserhöhung mit, nur der Bund, der den (fiktiven) Arbeitgeberanteil für die PensionistInnen einzahlt, nimmt sich selbst von der Beitragserhöhung aus. So will es ein Gesetzesentwurf aus dem Gesundheitsministerium, dessen Begutachtungsfrist heute, Freitag, endet. Thum kritisiert: "Das trifft ausgerechnet die PensionistInnen, deren Realeinkommen ohnehin seit Jahren stagniert."++++

Die PensionistInnen werden also doppelt zur Kasse gebeten: Seit Jahren verweigert man ihnen Pensionsanpassungen, die auch die Erhöhung der Lebenshaltungskosten abdecken würden. "Obwohl es einen Beschluss aller Parlamentsparteien dafür gibt, werden die Pensionen bis jetzt nicht nach dem Pensionistenindex erhöht. Und jetzt dürfen wir uns einen Teil der ohnehin viel zu niedrigen Anpassung auch noch über den Umweg der Beitragserhöhung selber finanzieren", beklagt sich PensionistInnenvertreter Thum.

Was allerdings nicht zum ersten Mal passiert: In den vergangenen Jahren wurde der Krankenversicherungsbeitrag der Pensionistinnen zweimal außerordentlich erhöht - um insgesamt einen Prozentpunkt. "Damit ist der Beitrag der PensionistInnen höher als bei den aktiven Beschäftigten, obwohl die PensionistInnen einige Leistungen aus der Versicherung gar nicht mehr in Anspruch nehmen können", zeigt sich Thum empört.(fk)

ÖGB, 19. Oktober 2007 Nr. 636

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