Der tödlichen Blutvergiftung den Schrecken nehmen

Austrian Research Centers - ARC entwickeln Diagnosechip für die gefährliche Infektionskrankheit

Wien (OTS) - Fieber, Halsschmerzen, Schüttelfrost - die Symptome einer Sepsis unterscheiden sich zu Beginn nicht von denen einer harmlosen Infektion und werden daher oft falsch diagnostiziert. Für die Patienten sind Fehldiagnosen folgenschwer, denn die schwere Sepsis führt bei rund einem Drittel der Erkrankten trotz intensivmedizinischer Behandlung zum Tod. Mitschuld an der hohen Mortalitätsrate sind die Schwierigkeiten in der Diagnose. Eine endgültige Abklärung mit Zellkulturen dauert relativ lange und erfolgt oft erst, wenn die Krankheit weit vorangeschritten ist. Dann kommt die Hilfe für viele Patienten aber schon zu spät. Die ARC haben einen Diagnosechip entwickelt, der soeben in die klinische Testphase eingetreten ist. Die Diagnose erfolgt sehr rasch und einfach durch das Aufbringen von Serum auf einen Protein-Chip. Durch die neue Diagnosemethode können in Zukunft zahlreiche Menschenleben gerettet werden.

Beschleunigung und Vereinfachung der Diagnose

Eine Sepsis kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden, die Diagnose erfolgt anhand von Symptomen und Laborwerten und kommt für viele Betroffene zu spät. Für die Identifikation der Erreger mussten bisher Blutkulturen angelegt werden - eine langwierige Methode für eine Erkrankung mit akutem Handlungsbedarf. Der Protein-Chip der ARC-ExpertInnen kann nun das Vorliegen einer Sepsis sehr rasch und einfach nachweisen. Auf den 25 mal 75mm großen Glaschip werden wenige Milliliter Serum aufgebracht, der Nachweis der krankheitsrelevanten Werte erfolgt über fluoreszierende Punkte. Für die Notfallmedizin und in der ärztlichen Praxis stellt dieses Verfahren einen enormen Fortschritt in der Diagnoseführung dar. Der Prototyp des Diagnosechips wurde jetzt erfolgreich getestet und befindet sich ab sofort in der klinischen Testphase.

Blutvergiftung ist lebensbedrohend

Eine Sepsis beginnt mit einer örtlichen Infektion, die sich oft innerhalb weniger Stunden im ganzen Körper ausbreitet. Es reicht eine kleine Schnittwunde oder ein Eiterherd im Körper, von dort aus gelangen die pathogenen Keime in die Blutbahn. Das Immunsystem läuft zunächst auf Hochtouren. Kommt es zu einem septischen Schock, bricht das System zusammen, der Tod tritt durch Organversagen ein. Cirka drei von 1000 Menschen und zwei von 100 Krankenhauspatienten erkranken jährlich an einer Blutvergiftung. Rund 35 Prozent der Erkrankten können nicht gerettet werden - das ist eine ähnlich hohe Sterblichkeitsrate wie beim akuten Herzinfarkt.

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