Mölzer: Türkei muß Kultur-Barbarei in Nordzypern sofort beenden!

Keine Eröffnung des Verhandlungskapitels "Bildung und Kultur" solange türkische Besatzungsmacht Zerstörung des orthodoxen Kulturerbes duldet

Wien (OTS) - Was seit der Besetzung Nordzyperns durch die Türkei
im Jahre 1974 geschehen ist, sei als Kulturbarbarei zu bezeichnen, sagte heute der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, der derzeit mit der Fraktion "Identität, Tradition, Souveränität" (ITS) des Europäischen Parlaments Zypern besucht. "Das viele Jahrhunderte alte griechisch-zypriotische Kulturerbe wurde von den Türken systematisch zerstört", berichtet Mölzer, der auch Mitglied der Türkei-Delegation des Europaparlaments ist, nach einem Lokalaugenschein im türkisch besetzten, nördlichen Teil Zyperns.

Insbesondere seien von den türkischen Besatzungsbehörden der Raub von Ikonen und die Zerstörung von kulturhistorisch höchst bedeutsamen frühchristlichen Mosaiken sowie von rund 500 orthodoxen Kirchen geduldet worden, betonte der freiheitliche EU-Mandatar. Weiters konnten sich Mölzer und seine Fraktionskollegen davon überzeugen, wie Ankara nach der Vertreibung der griechischen Zyprioten in den südlichen Teil der Insel versucht habe, durch die Ansiedlung von etwa 180.000 Türken aus Anatolien das ethnische Gesicht Nordzyperns unwiderruflich zu verändern.

Weil dem offensichtlich noch nicht genug sei, werden mit saudi-arabischen Geldern etliche Moscheen gebaut. Dies sei insofern von Bedeutung, da Saudi-Arabien für den Wahabismus, eine rigide, zutiefst rückwärtsgewandte Auslegung des Islam, bekannt sei, kritisierte Mölzer. Zudem gehe mit dem Bau von Moscheen der Verfall jener christlich-orthodoxen Kirchen einher, die noch nicht zerstört wurden. "Die orthodoxe Kirche hat erklärt, daß sie ihre Kirchen restaurieren will. Aber die türkischen Besatzungsbehörden verweigern die Bewilligung, von einer Unterstützung ganz zu schweigen."

"Was ich in Nordzypern gesehen habe, ist eine Verhöhnung der von der Brüsseler Polit-Nomenklatura ach so gepriesenen europäischen Werte", faßte Europaparlamentarier seine Eindrücke zusammen. Daher sei es ein beispielloser Skandal, daß die EU dem Treiben der Türken auf Nordzypern nicht nur gleichgültig zusehe, sondern Ankara dafür auch noch offenbar belohne, wie der Beginn der Beitrittsverhandlungen zeige, kritisierte Mölzer.

Wenn sich Brüssel schon nicht zum Abbruch der Beitrittsgespräche mit den Türken - wofür es zahlreiche Gründe gibt - durchringen könne, dann dürfe das Verhandlungskapitel "Bildung und Kultur" erst dann eröffnet werden, wenn die Türken in Nordzypern glaubhaft einen Bewußtseinswandel vorweisen können, forderte Mölzer. "Zuerst muß in Nordzypern die offenbar von der Schutzmacht Türkei geduldete Zerstörung des griechisch-zypriotischen, orthodoxen Kulturerbes unverzüglich aufhören. Dann müssen die Türken die zerstörten Kulturgüter schleunigst wiederaufbauen bzw. der orthodoxen Kirche die Restaurierung ihrer Gotteshäuser ermöglichen. Und schließlich ist den vertriebenen griechischen Zyprioten ihr illegal veräußerter Besitz zurückzugeben", schloß Mölzer.

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