Neues Volksblatt: "Sicherheit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. Oktober 2007

Linz (OTS) - Als die Standesvertreter der Ärzte vor eineinhalb Wochen glaubten, gegen Pläne aus dem Gesundheitsministerium aus allen Rohren schießen zu müssen, machten sie vor allem einen Fehler: Sie nahmen zwar mit ihrer Streikdrohung die Patienten in Geiselhaft, verabsäumten es aber, ihr Anliegen so vorzubringen, dass die Patienten es auch verstanden hätten. Der Schlachtruf, es drohe ein Gesundheitssystem wie in der DDR, war plakativ, aber inhaltsleer. Die Replik aus der Politik war - auch abseits der unmittelbar zuständigen Ministerin - unmissverständlich. LH Josef Pühringer warnte die Ärztevertreter davor, die medizinische Versorgungssicherheit zum "Faustpfand in der aktuellen Reformdiskussion" zu machen. Und dass Vizekanzler Wilhelm Molterer die Ärzte aufforderte, "einen Weg der Vernunft" zu gehen, darf auch nicht als Kompliment an die bisherige Vorgangsweise aufgefasst werden. Man mag schon ein gewisses Verständnis dafür aufbringen, dass der künstlich aufgebaute Proteststurm nun nicht ohne äußerlichen Widerstand abflauen kann. Aber schön langsam wird es Zeit, dass die Patienten vermittelt bekommen, was sie brauchen - nämlich die Sicherheit der medizinischen Versorgung.

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