19. ÖGB-Landesfrauenkonferenz Niederösterreich im Zeichen der Chancengleichheit

Christa Bogath als Vorsitzende wiedergewählt

St. Pölten (ÖGB) - Ganz im Zeichen der Chancengleichheit stand die 19. ÖGB-Landesfrauenkonferenz Niederösterreich in St. Pölten. Die Vorsitzende der ÖGB-NÖ-Frauen, Christa Bogath (GPA), bezeichnete die Verbreitung und Vertiefung von Gleichstellungspolitik als zentrales gewerkschaftliches Anliegen. Dementsprechend wurde auch im Leitantrag an die Landesfrauenkonferenz auf die Ungleichbehandlung im Hinblick auf Einkommen, Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen hingewiesen. "Gender Mainstreaming" sei kein Ersatz für Frauenförderprogramme heißt es weiter. Und: Solange arbeitssuchende und im Erwerbsleben stehende Frauen von Benachteiligungen betroffen seien, müsse es spezifische Frauenförderprogramme geben.++++

Auch der Präsident der AKNÖ und Vorsitzende des ÖGB-Niederösterreich, Josef Staudinger, betonte in seinem Referat, dass der Weg zur Gleichstellung nach wie vor steinig sei: "Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen betragen immer noch rund 30 Prozent, die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ist noch immer nicht gegeben, genauso wie die Durchlässigkeit in die Top-Ebenen noch in weiter Ferne ist." Er verwies in diesem Zusammenhang jedoch auf die Durchlässigkeit in der Interessenvertretung Arbeiterkammer auch auf der FunktionärInnenebene: "Ich bin stolz, dass mit Brigitte Adler demnächst die erste Frau als Vizepräsidentin in die AKNÖ einziehen wird." Auch NÖ-LHStv. Heidemaria Onodi wohnte der Landesfrauenkonferenz bei und bedankte sich bei den ÖGB-NÖ-Frauen für die engagierte Arbeit in den vergangenen fünf Jahren.++++

Mit Dr. Gabriele Michalitsch (Wirtschaftsuniversität Wien; Department Volkswirtschaft; Institut für Institutionelle & Heterodoxe Ökonomie) konnte eine hochkarätige Referentin gewonnen werden. In ihrem Beitrag "FrauenArbeitsWelt - Karrieren mit Barrieren" wies sie ebenfalls auf die Einkommensdisparitäten hin. "Das Sozialsystem ist in seiner derzeitigen Verfassung nicht geeignet, die Unterschiede anzugleichen, sondern schreibt diese weiter fort", so Michalitsch. Michalitsch bestätigte die mangelnde Durchlässigkeit in die Spitzenpositionen wie im Bereich der Geschäftsführung in der Wirtschaft: Hier beträgt der Frauenanteil lediglich 2,9 Prozent, während im Bereich der prekären Beschäftigungsverhältnissen der Frauenanteil 75 Prozent beträgt. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf "Netzwerke" gelegt: 69 Prozent in einer Studie befragter Frauen bezeichneten Netzwerke als karriererelevant.

Die 19. ÖGB-NÖ-Landesfrauenkonferenz behandelte ein umfassendes Paket an Anträgen aus den Bereichen Gesundheit, Familienpolitik, Ausbildung und Arbeitsmarktpolitik. Im Bereich der Gesundheitspolitik ließ die 19. Landesfrauenkonferenz mit dem Antrag "Gender Medizin -Ungleiches nicht länger gleich behandeln" aufhorchen. "Gender Medizin ist noch eine junge Wissenschaft, die Forschung, Diagnose und Therapie unter geschlechterspezifischen Aspekten betrachtet", sagt ÖGB-NÖ-Frauenvorsitzende Christa Bogath. Gender Medizin ziele auf optimierte Prävention, Diagnostik, Früherkennung, Therapie und Rehabilitation im Hinblick auf die geschlechterspezifische Differenz ab. Einstimmigkeit quer über alle Fraktionen herrschte ebenfalls zu den Forderungen: Verbesserung der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie, eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung für atypische Beschäftigungsverhältnisse und eine gerechte Entlohnung.

KR Christa Bogath (GPA) wurde mit großer Mehrheit zur Vorsitzenden der ÖGB-Frauen in Niederösterreich wiedergewählt. Ihre StellvertreterInnen für die nächste Periode: Rosa Golob-Fichtinger (GÖD), Margot Liernberger (GdG), Herta Priesching (GMTN), Andrea Steinbauer (GPF).

Die Anträge zur 19. ÖGB-NÖ-Landesfrauenkonferenz können bei Frauensekretärin Sabine Strobl, Tel.: 01/5862154-1566, angefordert werden.

ÖGB, 17. Oktober 2007 Nr. 626

Rückfragen & Kontakt:

Sabine Strobl
Tel.: 01/5862154-1566.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0005