Neues Volksblatt: "Profilfrage" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 17. Oktober 2007

Linz (OTS) - Die Verlängerung jener Regel, mit der Frauen mit 40 bzw. Männer mit 45 Beitragsjahren abschlagsfrei vorzeitig in Pension gehen können, ist eine Frage mit nicht zu unterschätzendem Symbolgehalt. Es geht dabei nicht nur um Menschen, die in der Regel tatsächlich länger gearbeitet haben als die breite Masse. Vielfach sind sie auch in Berufen tätig, die dem Körper eine Menge abverlangen. Diesen Menschen auch über das Jahr 2010 hinaus einen abschlagsfreien Pensionsantritt zu ermöglichen, ist in der öffentlichen Wirkung untrennbar mit Fragen des sozialen Profils einer Partei verbunden - ein Bereich, in dem imagemäßig gerade die ÖVP in ihrer Auseinandersetzung mit der SPÖ sehr vorsichtig agieren muss. Auch lange Krankenstandszeiten bei der Berechnung der Beitragsjahre zu berücksichtigen ist da sicher ein ganz wertvoller und massiv sozialer Fortschritt. Ein "Nein" zu einer Verlängerung kann er in der Wirkung in der öffentlichen Wahrnehmung aber kaum ausgleichen. Dass eine Verlängerung der Hacklerregelung einem Aufknüpfen der Pensionsreform gleichkommt, stimmt jedenfalls nicht. Denn deren -wichtige und richtige - Substanz wird davon nicht angetastet.

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