Frauenberger: Eigenständige Existenzsicherung von Frauen stärken

Podiumsdiskussion mit Frauenberger, Hieden-Sommer, Appel

Wien (OTS) - Die Sozialwissenschafterin Helga Hieden-Sommer präsentierte am Montag im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und Margit Appel von der Armutskonferenz im "Verein zur Unterstützung von Frauen in Bildung, Kultur und Politik" ihr neues Buch "Sozialstaat, neoliberales Wirtschaften und die Existenzsicherung von Frauen". Auseinandersetzungen mit den Zusammenhängen, die sich zwischen neoliberalen Wirtschaftsthesen und konkreten Maßnahmen im Bereich des Sozialstaates ergeben, mit dem Fokus auf die Konsequenzen für Frauen, standen dabei im Zentrum. Hieden-Sommer will vor allem dazu anregen, gesellschaftspolitische Fragestellungen unter verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten: "Frauen sollen den Mut haben, Zusammenhänge bzw. auch vorherrschende wirtschaftspolitische Darstellungen und Erklärungen von ExpertInnen kritisch zu reflektieren", erklärt Hieden-Sommer. Ihr Buch versteht sie dafür als Nachschlagewerk, das auch ohne fachliche Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaft und Politik klar verständlich ist.

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger betonte die Wichtigkeit einer eigenständigen Existenzsicherung für Frauen als zentralen Faktor für Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit. Das Buch von Hieden-Sommer sieht Frauenberger als wichtiges Handwerkszeug für die Stärkung eines diesbezüglichen Bewusstseins. Gerade die Maßnahmen der letzten Bundesregierung hätten hinsichtlich der sozialstaatlichen Maßnahmen auf eine zunehmende Familiarisierung abgezielt, so Frauenberger. "Die Stadt Wien nutzt alle kommunalpolitischen Möglichkeiten, damit Frauen selbstbestimmt und sicher leben können."

Margit Appel nahm vor allem auf die geschlechterhierarchische Arbeitsteilung unter den gegebenen kapitalistisch-marktwirtschaftlichen Bedingungen und die sich daraus ergebenden konkreten Auswirkungen für Frauen Bezug. Es werde dem Markt überlassen, wie Arbeit bewertet wird. In dieser Situation werde der Sozialstaat als Anhängsel gesehen, der bestenfalls reparierend einsetzt. "Es braucht aber einen selbstbewussten Sozialstaat und einen Sozialstaat als Eigenwert. Vor allem die Interessen von armutsgefährdeten Frauen sind dabei in den Mittelpunkt zu stellen", so Appel. (Schluss) koi

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mediensprecherin StR. Sandra Frauenberger
Maga Isabel Koberwein
Tel.: 4000/81853
Mobil: 0676/8118 81853
E-Mail: isabel.koberwein@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0018