Bio-Produkte verzeichnen international weitere Umsatzsteigerungen

Neue Bio-Fachmesse im Rahmen der "Anuga" in Köln mit Ausstellerrekord

Köln (AIZ) - Die Bedeutung der biologischen Landwirtschaft wächst weltweit, dies zeigt sich auch an der starken Beteiligung der Bio-Branche bei der weltgrößten Ernährungsmesse "Anuga 2007", die vom 13. bis 17.10. in Köln stattfindet. Bei der neuen Fachmesse "Anuga Organic" präsentieren sich 252 Anbieter aus 29 Ländern. Aber auch in anderen Fachmessen unter dem Dach der "Anuga" finden sich Unternehmen mit Bio-Produkten. Insgesamt haben sich 1.498 Bio-Anbieter registrieren lassen, das bedeutet gegenüber der letzten Messe vor zwei Jahren ein Plus von fast 60%.

Umsatzanteil von Bio-Produkten kann bis 2010 verdoppelt werden

Die deutsche Bio-Branche verzeichnete 2006 das dritte Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum. Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft stieg der Umsatz mit Bio-Produkten um 16% auf EUR 4,8 Mrd. Der Anteil am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt beträgt damit derzeit rund 3%. Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland der größte Absatzmarkt für Bio-Produkte. Von insgesamt EUR 14,5 Mrd., die in der EU mit biologischen Erzeugnissen erwirtschaftet werden, setzt der Handel in der BRD rund 27% um. Es folgen Großbritannien mit einem Anteil von 16%, Frankreich (13%) und Italien (11,7%). Damit ist das Ende der Fahnenstange aber lange noch nicht erreicht. Bis zum Jahr 2010 soll sich der Umsatzanteil von Bio-Produkten auf rund 6% verdoppeln. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der Beratungsgesellschaft KPMG in einer aktuellen Studie.

Die Ergebnisse verschiedener Verbraucherumfragen zeigen, dass dieses Szenario durchaus realistisch ist. So hat das Marktforschungsunternehmen TNS Emnid für das Ökobarometer 2007 insgesamt 1.000 deutsche Verbraucher zu ihrem Konsum von Bio-Produkten befragt. Das Ergebnis: Die Anzahl der Gelegenheitskäufer hat sich zugunsten der regelmäßigen Bio-Kunden verschoben. Während 2005 noch knapp 60% der Befragten gelegentlich und nur 15% häufig ökologische Erzeugnisse kauften, sind es heute bereits 22% der Verbraucher, die öfter Bio-Waren in den Einkaufswagen legen. Im Rahmen einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens ACNielsen zu den Themen Gesundheit/Bio/Öko gaben rund 24% der Befragten an, dass sie großen Wert auf biologisch reine, unbehandelte Nahrungsmittel legen.

Wachstumspotenzial bei Molkereiprodukten, Fruchtsäften und Teigwaren

Potenziale für weiteres Bio-Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel sehen Fachleute unter anderem bei Molkereiprodukten, aber auch bei Fruchtsäften und Teigwaren. Die rasante Entwicklung des noch jungen Segments Bio-Tiefkühlgemüse zeigt überdies, wie die Konzepte sich in der Zukunft weiterentwickeln könnten. Die gelungene Verbindung von Convenience und Bio bietet jedenfalls nach Ansicht der Experten gute Perspektiven. In Österreich werden zusätzliche Absatzchancen vor allem bei Schweinefleisch, Obst und Gemüse geortet.

Discounter verschärfen Wettbewerb im Bio-Geschäft

Öko allein reicht heute allerdings nicht mehr aus, um sich im Markt zu behaupten. Seit dem Einstieg der Discounter ins Bio-Geschäft hat sich der Wettbewerb verschärft. Nun gilt es, sich mit effizienten Differenzierungs- und Markenstrategien zu profilieren. Dies betrifft zweifellos auch die Brot- und Backwarenbranche sowie die Fleischwirtschaft, die auf ein erfolgreiches Jahr 2006 zurückblicken können. So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 11% mehr Bio-Brote verkauft. Der Umsatz stieg nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) um 10% auf EUR 183 Mio. Immer beliebter wird Bio-Ware in Selbstbedienungsmärkten, deren Marktanteil mittlerweile 35% beträgt. Einen Nachfrageschub verzeichnen die deutschen Marktforscher auch bei Bio-Fleisch und -Wurstwaren. Das Umsatzvolumen beträgt hier aktuell rund EUR 320 Mio. und dürfte in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

Zunehmender Bio-Absatz auch in Österreich

Laut "RollAMA"-Erhebung 2006 wurden im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel knapp 90.000 t Bio-Produkte mit einem Marktwert von etwa EUR 200 Mio. vermarktet. Das entspricht im Vergleich mit 2003 einem mengenmäßigen Wachstum von 21% und einer wertmäßigen Steigerung von 35%. Der größte Anteil, rund 56% der Menge, entfiel dabei auf Milch und Milchprodukte, nur 3% waren Fleisch- und Wurstwaren.

Der Bio-Marktanteil im österreichischen Lebensmittelhandel stieg nach Angaben von Bio Austria im Jahr 2006 auf durchschnittlich 6%, im Jahr davor lag er bei 4,7%. In den einzelnen Produktsegmenten waren die Bio-Anteile allerdings deutlich höher: bei Eiern erreichten sie knapp 22%, bei Frischmilch rund 15% und bei Joghurt 9%. Unterdurchschnittlich waren die Marktanteile bei Rindfleisch mit gut 2%, obwohl sie auch hier gegenüber dem Vorjahr zugenommen hatten.

Von der gesamten österreichischen Bio-Produktion geht etwa ein knappes Drittel in den Export. Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten werden zu 20 bis 40% ausgeführt. Bei Bio-Schweinen beträgt der Exportanteil rund 25%, Hauptabsatzmarkt ist dabei Deutschland. Bio-Milch wird zu 25% exportiert.
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