Armut macht blind und behindert

'Licht für die Welt' zum Welttag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober

Wien (OTS) - Armut ist die mit Abstand häufigste Ursache für Blindheit und Behinderung in der so genannten Dritten Welt. Der Einsatz von 'Licht für die Welt' für die Rechte blinder und anders behinderter Menschen in Entwicklungsländern steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Armutsbekämpfung.

90% der weltweit 37 Millionen blinden Menschen und 80% der weltweit rund 650 Millionen Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern. "Es besteht eine dramatische Wechselbeziehung zwischen Armut und Behinderung: Das Familieneinkommen sinkt, weil behinderte Familienmitglieder weniger dazu beitragen können und darüber hinaus auf die Betreuung durch Angehörige angewiesen sind. Gleichzeitig muss die Familie die Kosten für medizinische Behandlungen, Therapien und Hilfsmittel tragen", so Rupert Roniger, Geschäftsführer von 'Licht für die Welt'.

"Armut hat in den benachteiligten Regionen unserer Erde aber nicht nur mit der Höhe des Einkommens zu tun. Denn arm ist auch, wer unter mangelnder oder einseitiger Ernährung, schlechten hygienischen Bedingungen, verschmutztem Wasser und den in Folge entstehenden Krankheiten leidet. Arm ist auch, wer keinen Zugang zu fundamentalen Menschenrechten wie Basisgesundheitsversorgung, Grundbildung oder Arbeit hat", so Roniger weiter.

Die international tätige Fachorganisation 'Licht für die Welt' setzt sich gemäß ihres Mandats nicht nur für die Heilung bzw. Vermeidung von Blindheit und Behinderung, sondern auch für die Rechte blinder und behinderter Menschen in Entwicklungsländern ein. Und eben dieser Einsatz steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Armutsbekämpfung, die ja auch in den Millenniums-Entwicklungszielen oberste Priorität hat. (Die Zahl jener Menschen, die in extremer Armut leben, bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren, ist das erste der acht Millenniums-Entwicklungsziele, Anm.)

"Nachhaltige Armutsbekämpfung kann nur dann funktionieren, wenn behinderte Menschen in Entwicklungsprogramme eingebunden und in ihren Rechten gestärkt werden", erklärt Roniger. Die von Österreich am 30. März 2007 unterzeichnete UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen schafft eine international verbindliche rechtliche Grundlage dafür: In Artikel 32 wird der Zugang von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu ihren Rechten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eingefordert. 'Licht für die Welt' fordert, dass auch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in allen Programmen und Projekten Menschen mit Behinderungen mit berücksichtigt", so Roniger abschließend.

Einen dringenden Appell an die Europäische Union richtet in diesem Zusammenhang auch der Sprecher der ,Afrikanischen Dekade der Menschen mit Behinderung’, Thomas Ongole. "Gerade in Entwicklungsländern gibt es einen Teufelskreis von Armut und Behinderung: Menschen mit Behinderungen haben meistens keine Chance auf Bildung und Jobs", macht Ongole anlässlich des Weltarmutstages aufmerksam. Und er fordert die EU auf: "Wenn die Armut in der Welt nachhaltig bekämpft werden soll, müssen wir Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu Bildung und Gesundheit verschaffen. Wir fordern daher die EU auf, das Thema Menschen mit Behinderungen in die Erarbeitung dieser Strategie einzubeziehen."

Hintergrund:

'Licht für die Welt' - Christoffel Entwicklungszusammenarbeit ist eine international tätige österreichische Fachorganisation, die sich in mehr als 90 Hilfsprojekten für blinde und anders behinderte Menschen in den Armutsgebieten unserer Erde einsetzt. Arbeitsschwerpunkte sind die Prävention und Heilung von Blindheit und die Rehabilitation von blinden und anders behinderten Menschen.

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Mag. Florian Schindegger
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