Grünewald zu Hahn: Nobelpreisträger fallen nicht vom Himmel

Gute Lehre und Forschung braucht ausreichende Ressourcen

Wien (OTS) - "Nobelpreisträger fallen nicht vom Himmel", reagiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald auf die heutige ORF-Pressestunde mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Spitzenforschung brauche Grundvoraussetzungen und diese seien in Österreich vielfach nicht ausreichend vorhanden. "Der wissenschaftliche Nachwuchs muss ausreichend gefördert werden. Die kritische Position von BM Hahn und Finanzminister Molterer zu einem Kollektivvertrag für den wissenschaftlichen Nachwuchs ist unverständlich. Ohne diesen Kollektivvertrag sind die Perspektiven und Leistungsanreize für junge Menschen an den Universitäten in Österreich mehr als dürftig", so Grünewald, der bezüglich der ´Eliteuni´-Diskussion anmerkt, "dass eine Universität, an der kein einziges Vollstudium angeboten wird, keine Eliteuni ist".

Wenn man den offenen Hochschulzugang schon pausenlos als Feigenblatt vor sich hertrage, dann müsse man auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Das Problem größerer Studierendenströme sei vielfach dadurch bedingt, dass in Österreich international gesehen ein sehr schlechtes Betreuungsverhältnis zwischen Universitätslehrenden und Studierenden bestünde. "Wenn die Universitäten - wie auch von der OECD bestätigt - an Budget- und Personalmangel leiden, dann ist die Gratwanderung zwischen guter Lehre und Forschung schwer zu bewerkstelligen", so Grünewald.
Zum Vorschlag des ganzjährigen Unterrichts an den Universitäten weist Grünewald BM Hahn darauf hin, dass Professoren etwa durch die Betreuung von Diplomarbeiten etc. auch jetzt schon ganzjährig beansprucht würden. Wenn nun auch noch ganzjährig unterrichtet werden solle, würde die verbleibende Zeit für Forschung gefährlich ausgedünnt.

"Ich bin auch enttäuscht, dass man zwar über Studienplatzbeschränkungen diskutiert, aber nicht wirklich etwas dazu gesagt wurde, wie man die Treffsicherheit bei der Studienwahl verbessern will. Denn die ´Studienchecker´- und ´Mentoring´-Projekte für 10- bis 18-jährige, von denen BM Hahn gesprochen hat, sind dermaßen unausgereift, dass sie beim besten Willen nicht Ernst genommen werden können", so Grünewald und weiter: "Was in diesem Zusammenhang auffällt ist außerdem, dass die angesprochene soziale Selektion und der Zusammenhang mit dem österreichischen Schulsystem völlig ignoriert wird. Der Einsatz von Studierenden kann keine Schulreform ersetzen."

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