"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Al Gore, der Klimawandler" (Von FRANK STAUD)

Der Friedensnobelpreis für den Klima-Mahner zeigt eine Bewusstseinsänderung der Gesellschaft Ausgabe vom 13./14. Oktober 2007

Innsbruck (OTS) - Al Gore machte sich schon als Vizepräsident der USA einen Namen als Klimaschützer. Wirklich durchsetzen konnte er sich mit seinen Ideen damals gegen Bill Clinton und den Kongress allerdings nicht. Offen bleibt, was Gore als US-Präsident zu einem besseren Weltklima beigetragen hätte. Denn obwohl Gore nach den US-Wahlen im Jahr 2000 eigentlich schon als Wahlsieger feststand, blieb ihm der Zugang zum Weißen Haus verwehrt. Dubiose Nachzählverfahren und für eine westliche Demokratie unglaubliche Wahlmaschinen-Pannen sorgten dafür, dass George Bush bis heute regiert.

Gore startete stattdessen eine Kampagne zum Thema Klimawandel. Sein Buch "Eine unbequeme Wahrheit" wurde zum Bestseller, seine Vortragsreihe dazu sogar als Kinofilm ein Welthit. In Arnold Schwarzenegger findet Gore einen Verbündeten, der in Kalifornien Klimaschutz gesetzlich verordnet.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises überrascht dennoch. Denn Gore ist kein Friedensstifter im eigentlichen Sinn. Stattdessen ist diese Auszeichnung als Mahnung zu sehen, dass ein maßloses Wirtschaften wie bisher zu Veränderungen auf der Welt führt, die niemand will. Das gilt nicht nur für die Industrie, sondern für uns alle. Jeder findet sofort genug Möglichkeiten, zum Beispiel im Haushalt, Al Gores Idee zu unterstützen. Also Fernseher und PC ausstecken, statt auf Stand-by zu schalten.

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