NÖ Patientenanwalt zu Streik: Ärzte sind für Patienten da

ARGE Selbsthilfe: Statt Drohgebärden sachliche Diskussion

St. Pölten (NLK) - Scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Österreichischen Ärztekammer üben die NÖ Patientenanwaltschaft und die ARGE Selbsthilfe Österreich.

"Dass die Ärzte ihre Interessen vertreten ist legitim, dies darf aber keinesfalls auf dem Rücken der Patienten geschehen. Und schon gar nicht ist einzusehen, dass Patienten unfreiwillig vor den Karren der Ärztekammer und anderer ärztlicher Vereinigungen gespannt werden", sagte der NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger.

Auf Unverständnis stößt bei Monika Maier von der ARGE Selbsthilfe Österreich die Art und Weise, wie seitens der Ärztekammer Druck ausgeübt wird. "Beim angekündigten Ausstand handelt es sich ganz klar um einen ‚Präventivstreik‘. Anstatt vorher zu verhandeln, soll Macht demonstriert werden." Fraglich sei aber auch, warum sich Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky von solchen Drohgebärden einschüchtern lässt, ergänzt Bachinger.

Froh zeigt sich der Patientenanwalt, "dass offenbar nicht alle Ärzte mit der Vorgehensweise ihrer Standes- und Interessensvertretung einverstanden sind und am 8. November sehr wohl für ihre Patienten da sein wollen". So werden etwa die Bediensteten der Wiener Spitäler beim Streik nicht mitmachen, auch zahlreiche niedergelassene Ärzte haben bereits angekündigt, ihre Ordinationen offen zu halten.

Bachinger und Maier fordern, auf eine sachliche Diskussionsebene zurückzukehren. Die Vereinbarung zur Gesundheitsfinanzierung beinhalte durchaus vernünftige Pläne zum Wohl der Patienten und zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. Als Beispiel nennt Maier die geplanten Gesundheitszentren: "Sie können für Patienten durchaus positive Effekte haben. Weg von der ‚Drei-Minuten-Medizin‘ in der Arztpraxis hin zu einer vernetzten Behandlung mit Allgemeinmedizinern und Fachärzten, längeren Öffnungszeiten und einer Notfall-Behandlung rund um die Uhr."

Bachinger betonte, dass den Kassenvertragsärzten klar sein müsse, dass sie Dienstleister seien und sich als Bestandteil des Gesundheitssystems am Bedarf der Patienten zu orientieren hätten:
"Ärzte sind für Patienten da und nicht umgekehrt. Die öffentliche Gesundheitsversorgung ist Aufgabe der Gesundheitspolitik und darf weder für die Standespolitik noch als Lobbying-Instrument einzelner Interessensgruppen missbraucht werden."

Nähere Informationen: Dr. Gerald Bachinger, NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft, 3100 St. Pölten, Tor zum Landhaus, Rennbahnstrasse 29; Telefon 02742/9005-15575, e-mail post.ppa@noel.gv.at, www.patientenanwalt.com.

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