Bures bei 9. Journalistinnenkongress: Frauen auch in Medienbranche benachteiligt

Wien (SK) - "Ich schlage ihnen vor, dass sie mich hart
kritisieren, wenn es etwas zu kritisieren gibt und ich schlage ihnen vor, dass sie mich unterstützen, wenn es darum geht, Ungerechtigkeiten zu beseitigen", so Frauen- und Medienministerin Doris Bures am Freitag in ihrer Begrüßungsrede zum neunten Journalistinnenkongress in Richtung der anwesenden Medienvertreterinnen. Bures betonte, dass sich die Medienlandschaft in Österreich "wirklich rasant" verändert habe. Sie selbst sei noch mit lediglich zwei Fernsehprogrammen aufgewachsen und der Printsektor sei weitgehend auf Krone und Kurier beschränkt gewesen. Damals sei auch der Journalismus "durch und durch männlich" gewesen, auch das habe sich geändert, der Frauenanteil liege in Österreich jetzt bei 42 Prozent, dies sei mehr als in Deutschland, der Schweiz oder den USA. Dieser Wert klinge auf den ersten Blick zwar positiv, jedoch müsse man "genauer hinsehen", konstatierte die Ministerin. ****

Auch im Journalismus würden mehr Frauen Teilzeit arbeiten und über prekäre Dienstverhältnisse verfügen, überdies sei der Frauenanteil in Spitzenpositionen auch im Medienbereich gering. "Die Probleme im Journalismus sind gleich wie in allen anderen Branchen", unterstrich die Frauenministerin. Man müsse sich auch hier dafür einsetzen, dass Frauen die gleichen Chancen und die gleichen Einkommen wie ihre männlichen Kollegen erhalten.

Bures zeigte sich erfreut, dass man sich in Österreich endlich auf die Reform des Kindergeldes und den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen geeinigt habe, diese Maßnahmen seien wichtig, weil sie Frauen im Beruf unterstützen würden. Trotz allem könne dies nur als "erster Schritt" gesehen werden, denn "es bleibt noch recht viel zu tun". Man müsse endlich über die gerechte Verteilung, "nicht nur von bezahlter, sondern auch von unbezahlter Arbeit" sprechen, es brauche mehr Frauenförderung in den Betrieben und es müsse dafür gesorgt werden, dass mehr Frauen die Chance auf Spitzenpositionen erhalten. Die Ministerin betonte, dass sie "endlich diese unendliche Geschichte" von ungerechter Verteilung beenden wolle. Bures lobte auch den Journalistinnenkongress, denn dieser leiste "einen wichtigen Beitrag", um auf die Schwierigkeiten von Frauen in Medienberufen aufmerksam zu machen. (Schluss) sw

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