AK: Jugendkonto fällt nicht "aus dem Rahmen" (1)

AK Studie zeigt: Überziehung des Jugendkontos nur in drei Fällen bei einer Bank möglich, Eltern müssen in diesem Fall in die Bresche springen

Wien (OTS) - Endlich unabhängig, endlich ein eigenes Jugendkonto! Aber: Eine Bankomatkarte gibt’s nur mit einem Ja der Eltern. Eine AK Studie über 234 Transaktionen auf Jugendkonten bei 13 Banken in Wien und Umland zeigt: Eltern können beruhigt sein - ihre Sprößlinge können nicht so schnell ins Minus rutschen. Nur bei einer Bank wurde dreimal das Konto mit der Bankomatkarte überzogen. Die Eltern mussten vorher eine Haftungserklärung unterschreiben. Bedenklich: Acht Banken gaben den Kids eine Karte, obwohl die Eltern vorher gar nicht zugestimmt hatten - Überziehen war aber nicht möglich. Das widerspricht dennoch dem Bankwesengesetz.

Der VKI hat im Auftrag der AK getestet, ob Teenager ohne eigenes Einkommen mit der Bankomatkarte ihr Konto überziehen können. Zwei 15-Jährige haben je ein Jugendkonto bei 13 Banken in Wien und Umgebung eröffnet und eine Bankomatkarte mit 50-Euro-Limit pro Woche beantragt: BA-CA, Erste, BAWAG, Volksbank Wien, Hypo NÖ, RLB NÖ Wien, PSK, Oberbank, Bank für Tirol und Vorarlberg, Weinviertler Sparkasse, Raiffeisenbank Stockerau, Volksbank Donau-Weinland, Raiffeisenbank Hollabrunn.

Gemäß Bankwesengesetz erhalten Jugendliche ohne eigenes Einkommen keine Bankomatkarte ohne Zustimmung der Eltern. Das Konto darf von "einkommenslosen" Kids nicht überzogen werden. Eine Kundenkarte bekommen sie ohne Eltern, damit können sie nur beim bankeigenen Geldautomaten abheben - Überziehen geht nicht.

Eine Bankomatkarte ohne Einverständniserklärung der Eltern haben trotzdem acht Banken ausgegeben: BA-CA, BAWAG, Erste Bank, Raiffeisenbank Hollabrunn, RLB NÖ Wien, PSK, Volksbank Donau-Weinland, Weinviertler Sparkasse. Ein Überziehen des Kontos war aber nicht möglich. Vier Banken (Hypo NÖ, Oberbank, Raiffeisenbank Stockerau, Volksbank Wien) haben die gewünschte Karte nur ausgegeben, nachdem Eltern eine Haftungserklärung unterschrieben hatten. Sie stehen dann für ein eventuelles Konto-Minus ein. Die Bank für Tirol und Vorarlberg gab an die Kids eine Kundenkarte aus.

"Das Ergebnis ist gut", sagt AK Expertin Michaela Kollmann. Die Kids machten 234 Transaktionen, zB zahlen an der Bankomatkassa, Behebung an der Kassa gleich darauf Geld abheben am Bankomaten. Nur in drei Fällen wurde das Konto bei der Oberbank überzogen durch Zahlen an der Bankomatkassa. Die Oberbank verlangte bei der Kontoeröffnung eine Haftungserklärung der Eltern und wies auf ein mögliches Minus hin.

Die jungen Tester wurden sehr unterschiedlich beraten - von einer Viertel Stunde bis zu einer Stunde. Der subjektive Eindruck der Tester bei der Beratung schwankte von schnell mal das Konto anlegen bis hin zu einer umfangreichen Beratung.

Jugendkonten gibt’s meist kostenlos oder spesenbegünstigt. Kollmann warnt, "dass ein Jugendkonto zur Spesenfalle werden kann durch teure Nebenspesen wie Dauerauftragsänderung oder Konto schließen." (Forts.)

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