- 11.10.2007, 13:43:48
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Salzburger Handwerkspreis 2007: 1. Preis geht an Baufirma Doll (Seekirchen) für den Neubau der Volksbank-Zentrale
Kreativität, handwerkliches Können und Hightech: Kreativität, handwerkliches Können und Hightech: Salzburgs Handwerk hat Zukunft!
Salzburg (OTS) - Als einen "Wirtschaftspreis der besonderen Art"
würdigte WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl den Salzburger
Handwerkspreis 2007, der jährlich von der Sparte Gewerbe und Handwerk
der WK Salzburg verliehen wird. "Der Handwerkspreis weist
eindrucksvoll auf die enorme Stärke von Österreichs Gewerbe und
Handwerk hin - auf Basis bestmöglicher Ausbildung entstehen immer
wieder Spitzenleistungen." Zum 17. Mal wird heuer der Handwerkspreis
der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKS vergeben. Die Jury hat bei
der Auswahl der zahlreichen Einsendungen heuer einen deutlichen
Akzent gesetzt. Wurden in den Vorjahren häufig restaurierende,
kunsthandwerkliche Arbeiten prämiert, werden heuer technisch
schwierige, innovative Lösungen in den Vordergrund gerückt. Präsident
Leitl: "Das zeigt die große Bandbreite des Handwerks in Salzburg und
in ganz Österreich: Unsere KMU können was - sie sind zu technisch
ausgefeilten Lösungen ebenso imstande wie zu klassisch-handwerklichen
Spitzenleistungen." Die Grundlage dafür bietet aber auf jeden Fall
eine hervorragende fachliche Ausbildung durch Lehre und
Meisterprüfung, stellte Leitl fest.
Der WKÖ-Präsident verwies auf die jüngsten Pakete, welche die
Sozialpartner im Zusammenhang mit der Lehrlingsförderung und der
Bildung vorgestellt haben. "Dabei geht es insbesondere darum, die
Position der Lehre weiter aufzuwerten und unser Bildungssystem
durchlässiger zu gestalten", betonte er: "Kein Bildungsabschluss soll
in Zukunft ohne Bildungsanschluss verknüpft sein!" Ebenso müsse das
Prinzip des lebensbegleitenden Lernens durchgesetzt werden. "Keiner
der ausgezeichneten Betriebe wäre zu den gezeigten tollen Leistungen
fähig, wenn nicht Firmenleitung und die Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen stetig Weiterbildung betreiben würden", ist Leitl
überzeugt. Im Bereich des Handwerks gehe es insbesondere darum, die
Meisterprüfung neben der Berufsmatura als einen weiteren Erfolgsweg
zu forcieren.
17 Jahre Handwerkspreis:
Eine einzigartige Sammlung handwerklicher Spitzenleistungen
"Handwerk hat Zukunft!" Davon ist auch der Obmann der Sparte Gewerbe
und Handwerk der WKS, NAbg. Konrad Steindl, überzeugt: "Längst haben
sich unsere Betriebe die modernsten Planungs- und
Fertigungstechnologien angeeignet. Im Zusammenwirken mit einer
Top-Ausbildung können Salzburgs Handwerksbetriebe im regionalen und
überregionalen Wettbewerb jederzeit bestehen." Das Handwerk werde
aber auch wieder zunehmend von wichtigen Kundengruppen geschätzt, die
Wert auf Handarbeit, Individualität und Flexibilität legen. "Kreative
Leistungen und Lösungen werden immer einen Markt finden. Erfreulich,
dass sich diese Kultur des Könnens Jahr für Jahr so deutlich bei den
Einreichungen zum Handwerkspreis zeigt!"
In 17 Jahren Handwerkspreis wurden insgesamt 80 ausgezeichnete
Leistungen prämiert - eine in Österreich einzigartige Sammlung
traditioneller Handwerkstugenden, innovativer und handwerklicher
Kreativität unter Anwendung jeweils neuester Technologien. "Besonders
erfreulich ist, dass diese Könnerschaft von vielen
Ausbildungsbetrieben in Gewerbe und Handwerk erfolgreich an den
Nachwuchs weitervermittelt wird", verweist Steindl auf aktuelle
Lehrlingsdaten. Derzeit bilden Salzburgs Handwerks- und
Gewerbebetriebe mit mehr als 5.000 Lehrlingen die Hälfte aller
Lehrlinge in Salzburg aus, wobei die Zahl der Lehrlinge stetig
zunimmt. Gewerbe und Handwerk stellen mit 9.200 Betrieben ein Viertel
aller Salzburger Unternehmen und beschäftigen 42.000 Mitarbeiter. Das
Stimmungsbarometer in den Handwerksbetrieben ist dank guter
Konjunktur hervorragend. "Salzburgs Handwerksbetriebe sind dynamisch
unterwegs", betont Steindl.
Meisterbriefverleihung ist Rahmen für Handwerkspreis
Verliehen werden die Preise am 13. Oktober im Rahmen der
Meisterbriefverleihung im Großen Saal des Mozarteums. Dabei werden an
195 junge Meisterinnen und Meister die begehrten Meisterbriefe
vergeben. "Ein passender Rahmen für die Verleihung des
Handwerkspreises. Denn ohne die Meisterschaft in den jeweiligen
Handwerken kämen nicht Spitzenleistungen zustande. Deshalb ist für
uns der Handwerkspreis auch die Chance, die Sinnhaftigkeit der
Meisterprüfung herauszustreichen", erklärt Dr. Franz Hirnsperger, der
Geschäftsführer der Sparte Gewerbe und Handwerk.
Auch war die Palette der Einreichungen wieder vielfältig: Sie reicht
von der kunstvollen Restaurierung eines Altars über eine komplizierte
zahntechnische Arbeit eines Zahntechnikers bis zu komplizierten
Bauvorhaben. Die Sparte Gewerbe und Handwerk hat heuer erstmals eine
Vorbewertung der Einreichungen vorgenommen, sodass letztlich Arbeiten
von 24 Handwerksbetrieben in die Endrunde kamen. Die Jury unter
Vorsitz von Spartenobmann Steindl, Dipl.-Ing. Peter Haider (SIR),
Architekt Dipl.-Ing. Erio Hofmann, Journalist Dr. Werner Thuswaldner
und Bürgermeister a. D. Karl Paradeiser (Salzburger Bildungswerk)
wählte schließlich die drei Hauptpreise und drei Anerkennungspreise
aus.
Die Preisträger des Handwerkspreises 2007
1. Preis: Neubau der Volksbank Salzburg
Der 1. Preis geht heuer an das Bauunternehmen Doll GmbH & Co KG,
Mathias-Bayrhamer-Straße 9, Seekirchen.
"Die Ausführung des Objektes Volksbank Salzburg, bestehend aus zwei
Tiefgaragen, einem Erdgeschoß und 6 Obergeschoßen, war aufgrund der
schwierigen Bodenverhältnisse mit größten bautechnischen
Schwierigkeiten verbunden, die durch das Unternehmen Doll in bester
handwerklicher Weise bewältigt wurden", stellte die Jury fest.
Besonders gewürdigt wurde die Größe der Bauaufgabe, die durch einen
mittelständischen Baubetrieb in vorbildlicher Weise ausgeführt wurde.
Um Setzungen und Formungen der Baugrube zu minimieren, wurden die
Erdarbeiten für die Garagengeschoße, die vorgespannten
Baugrubenaussteifungen und die Betonarbeiten abschnittsweise
durchgeführt. Daraus resultierten große logistische Anforderungen an
das Unternehmen. Die Obergeschoße wurden komplett in Stahlbeton
hergestellt, was im Bereich der Kassenhalle und im Bereich der
Fassadenelemente innovative Schalungslösungen - eine "vorauseilende"
Fassadenschalung - erforderte.
Das Bauunternehmen Doll GmbH & Co KG ist ein mittelständischer
Gewerbebetrieb, der seit über 100 Jahren besteht. Das Unternehmen
zählt mit rund 100 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im
Flachgau, derzeit werden zehn Lehrlinge ausgebildet. Zum Unternehmen
gehören auch ein Betonsteinwerk und ein Frischbetonwerk sowie ein
Architekturbüro.
2. Preis: Kälteanlage Brauhaus Brauerei Sigl, Obertrum
Die Firma Reindl-Kältetechnik GmbH (Lerchenstraße 119,
Salzburg-Gnigl) hatte eine höchst anspruchsvolle technische Aufgabe -
die Errichtung einer neuen Kälteanlage für die Brauerei Sigl in
Obertrum - zu erfüllen. Die Kälteanlage hat die Aufgabe, die im
Sudhaus hergestellte Bierwürze zu kühlen und ist der Abfüllanlage
vorgeschaltet. Ausgeführt wurde eine Verbund-Verdichteranlage mit dem
Sicherheitskältemittel R404a, womit ein Glykolwasserkreislauf auf
minus 3 Grad abgekühlt wird. Die Kühlanlage ist mit einer
Wärmerückgewinnungsanlage gekoppelt. "Der Träger des 2. Preises hat
die Vorgaben des Auftraggebers nicht nur in bemerkenswerter Art und
Weise technisch gelöst, sondern ist auch bei der Energieeinsparung
einen innovativen Weg gegangen" begründete die Jury ihre
Preisvergabe. Die Jury hob auch die ästhetisch ansprechende
Gestaltung der Einhausung hervor, die das Gesamtprojekt aufwerte.
Die Firma Reindl-Kältetechnik, die seit über 30 Jahren nunmehr in der
2. Generation betrieben wird, baut Kältetechnikanlagen für
Gastronomie, Industrie und Privatkunden. Reindl-Kältetechnik ist
eines der größten Unternehmen in Österreich im Bereich Kühl- und
Kältetechnik. Es beschäftigt 20 Mitarbeiter und bildet derzeit 3
Lehrlinge aus.
3. Preis: Modelle des Großglockners und Großvenedigers für das
Nationalparkzentrum Mittersill
Das Atelier Macala GmbH (Anglerweg 18, Salzburg), das sich auf
Modellbau spezialisiert hat, erhält den 3. Preis. Die naturgetreue
Nachbildung der Gipfel des Großglockners und des Großvenedigers für
das Nationalparkzentrum in Mittersill erforderte komplexe
Fähigkeiten: Berücksichtigt werden musste die exakte Nachbildung der
geographischen Gegebenheiten mit Materialien, die einen naturgetreuen
Eindruck vermitteln. Dazu waren statische Bedingungen zu erfüllen,
weil das Modell eine ungewöhnliche Dimension hat. Der "Großglockner"
ist beispielsweise 10 m lang und 3 m hoch und wiegt 1,6 Tonnen. "Die
Ausführung der Tragekonstruktion lässt das Modell als im Raum
schwebend erscheinen. Das Ergebnis ist für einen großen Besucherkreis
des Nationalparkzentrums Mittersill sehr attraktiv und einladend",
begründete die Jury den 3. Platz.
Das Atelier Macala wurde 1990 von Stephan Helmut Macala gegründet.
Das Modellbauunternehmen bietet ein breites Spektrum an
Auftragsarbeiten für Banken, Hotellerie, Messen, Werbefirmen etc. an.
In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen zunehmend auf die
Museumsgestaltung spezialisiert.
Auch heuer werden Anerkennungspreise vergeben, um die Bandbreite der
Einreichungen zu würdigen:
Alpha-Jet Flugsimulator
SCE SystemEngineering GmbH, Berchtesgadner Straße 13, Salzburg, für
den Bau eines Alpha-Jet-Flugsimulators
Das Mechatronik-Unternehmen vereinte Elektrik, Software, Mechanik und
Flugtechnik zu einem technisch anspruchsvollen Flugsimulator, der aus
einem echten Alpha-Kampfjet der deutschen Luftwaffe entwickelt
wurde.
Hochaltar der Pfarrkirche St. Michael im Lungau
Heinz Michael, St. Martiner-Straße 189, St. Michael im Lungau,
Vergolder und Staffierer
Der Restaurator hat mit dem Hochaltar der Pfarrkirche St. Michael ein
Kunstwerk, das dem Verfall preisgegeben war, in liebevoller und
einfühlsamer Arbeit wieder hergestellt. Dazu waren nicht nur
handwerkliche Fähigkeiten nötig, sondern auch eine große Portion
Kunstverstand. Der Vergolderbetrieb, der sechs Mitarbeiter
beschäftigt, ist auf die Restaurierung historischer Bausubstanz
spezialisiert und arbeitet eng mit dem Bundesdenkmalamt zusammen.
Sanierung eines denkmalgeschützten Altstadthauses
Gerhard Fercher, Grazer Bundesstraße 39, Salzburg-Gnigl, Tischler
Tischlermeister Gerhard Fercher wirkte an der Sanierung des
Altstadthauses Kaigasse 4 auf höchst einfühlsame Art und Weise mit.
"Er hat bewiesen, dass sich Altbestand auch sehr gut mit neuen
Kreationen verträgt. Fercher zeigt dies einerseits mit der Gestaltung
der Fenster, andererseits mit dem Design einer sehr ansprechend
gestalteten Türe. Alt und neu sind hier in vorbildlicher Weise
verbunden", stellte die Jury in ihrer Begründung des
Anerkennungspreises fest.
Die seit 1966 bestehende Tischlerei beschäftigt derzeit 10
Mitarbeiter und 2 Lehrlinge. Fercher befasst sich insbesondere auch
mit dem Thema Gesundheit und Wohnen.
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Rückfragehinweis:
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