Dorner: Kdolsky erteilt ambulanten Versorgungszentren eine Absage

Gespräch in "angenehmer Atmosphäre" - ÖÄK-Vorstand berät morgen über weitere Vorgangsweise

Wien (OTS) - Als "vorsichtig positiv" bezeichnete Ärztekammerpräsident Walter Dorner den Ausgang des soeben stattgefundenen Gipfelgesprächs zwischen Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky und hochrangigen Vertretern der Ärztekammer. Wichtigstes Ergebnis sei die Absichtserklärung Kdolskys, das Gesamtvertragssystem in der bisherigen Form lückenlos beizubehalten. Neue Organisationsformen im Sinne einer verbesserten, ambulanten Versorgung der Patienten unter maßgeblicher Einbeziehung der Ärzteschaft würden folgen.

Das Gespräch sei in "angenehmer und konstruktiver Weise" geführt worden", so Dorner. Mehr als eineinhalb Stunden lang habe es einen intensiven Gedankenaustausch zwischen der Ministerin und der Ärztekammer gegeben. Dorner bekräftigte, dass die Ministerin unmissverständlich zugesagt habe, dass sämtliche von der Ärztekammer kritisierten Punkte in Bezug auf die angedachten ambulanten Versorgungszentren so nicht kommen werden.

Im Besonderen hob Dorner die Zusage Kdolskys hervor, am derzeitigen Gesamtvertragssystem nicht zu rütteln. Damit werde sichergestellt, dass auch in Zukunft die soziale Krankenversicherung und Ärztekammer gemeinsam für die Bedarfsplanung und Stellenausschreibungen zuständig sind. Er, Dorner, sei froh, dass damit "eine klare Absage der Ministerin an eine zentral gelenkte Staatsmedizin zulasten der Patientenbetreuung in Österreich" etabliert werde.

In dem Gespräch mit der Ministerin wurde weiters vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe einberufen wird, die gemeinsam mit der Ärztekammer über neue Organisationsformen im extramuralen Bereich beraten soll. Dorner: "Wir werden hier von unserer Linie nicht abgehen, dass im Sinne einer wohnortnahen Medizin auch weiterhin eine freie Arztwahl für die Patienten möglich sein muss." Der "Arzt des Vertrauens" sei das, was sich der Patient abseits des Spitals wünsche, "und davon werden wir uns sicherlich nicht abbringen lassen".

Zur nun anstehenden Frage möglicher Protestmaßnahmen beziehungsweise deren Aussetzung betonte Dorner, dass dies im morgigen außerordentlichen Vorstand der Österreichischen Ärztekammer besprochen und entschieden werde. Der Ärztekammerpräsident hofft, dass bis dahin die von Kdolsky mündlich getätigten Aussagen auch in schriftlicher Form vorliegen werden. Davon werde man dann auch die weitere Vorgangsweise abhängig machen.

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