Nur 13 Prozent der Unternehmen von Erhebungen der Statistik Austria erfasst

Leitl: "Ohne verlässliche Statistik ist schlagkräftige Interessenspolitik nicht denkbar" - "Tag der amtlichen Statistik" - Herausforderungen auf EU-Ebene

Wien (PWK750) - In den vergangenen Jahren hat dank enger
Kooperation mit "Statistik Austria" die Belastung der Wirtschaft durch statistische Erhebungen kontinuierlich abgenommen. Insbesondere die Klein- und Mittelbetriebe haben davon stark profitiert, stellte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, heute, Dienstag, anlässlich einer Veranstaltung zum "Tag der amtlichen Statistik" fest. Dies habe dazu geführt, dass heute nur mehr 13 Prozent der Unternehmen statistischen Meldpflichten unterliegen.

Mittels des "Belastungsbarometers" können diese Entlastungen objektiv nachgewiesen werden, hob Leitl hervor. Allerdings sind die Unternehmen, trotz der Befreiung von Meldepflichten, noch immer vielfachen anderen bürokratischen Hemmnissen ausgesetzt, die es zu beseitigen gilt.

Leitl lobte Statistik Austria als "wichtigen Kompass für die österreichische Wirtschaft". Die gesammelten Daten geben Auskunft, wohin sich die Konjunktur entwickelt, sagte der WKÖ-Präsident in seiner Rede zum Thema "Statistik und Wirtschaft - Partnerschaft im Spannungsfeld". Die ausgewerteten Daten informieren aber auch die Unternehmer selbst über ihre Position innerhalb der jeweiligen Branche und seien damit eine wertvolle Hilfe bei Firmen-Präsentationen oder der Entwicklung neuer Produkte.

"Dass qualitativ hochwertige Informationen verfügbar gemacht werden können bei gleichzeitiger Schonung der kleinen und mittleren Unternehmen, hat Österreich erfolgreich vorgezeigt. Die durch sinnvolle Kooperation erzielten Fortschritte könnten der EU als Vorbild dienen", führte Leitl aus. Als offene Fragen auf EU-Ebene bezeichnete der WKÖ-Präsident die Abklärung des tatsächlichen politischen Bedarfs an statistischen Informationen, die Häufigkeit der Erhebungen ("sind monatliche Erhebungen wirklich erforderlich oder würde quartalsweise ausreichen?") und die Harmonisierung im Methodenbereich. So gewährleiste das von Statistik Austria entwickelte Konzept eines qualifizierten "Single-Flow-Systems" die Entlastung von Betrieben bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten Datenqualität. Die WKÖ unterstütze dieses Konzept auf europäischer Ebene.

Was die weitere Entlastung von KMU betrifft, setze sich die WKÖ für individuell gestaltete Stichprobenkonzepte, den Einsatz von Beschäftigtengrenzen und Umsatzschwellen sowie für methodische Schätzverfahren und angepasste Fragebögen ein. "Trotz des Ziels der weiteren Entlastung der heimischen Wirtschaft darf nicht vergessen werden, dass Statistiken eine wichtige Basis der Interessenspolitik darstellen. Ohne verlässliche, aktuelle und umfassende Daten ist eine schlagkräftige Politik für die österreichische Wirtschaft nicht möglich", schloss Leitl.

Die Teilnehmer am heutigen "Tag der amtlichen Statistik" kommen aus Ministerien, Interessensvertretungen, Unternehmen und Kooperationspartnern. Während der ganztägigen, Veranstaltung finden Vorträge zu den Themen Wirtschaft und Statistik, Statistik und Gemeinden sowie Statistik und Schule statt. Weiteres auf dem Programm steht die Präsentation von Produkten für Daten-Nutzer, die von Statistik Austria entwickelt wurden. (hp)

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