Grünewald ortet Versorgungsdefizite im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie

Internationaler Tag der seelischen Gesundheit sollte zu kritischer Reflexion der österreichischen Gesundheitspolitik führen

Wien (OTS) - "Der internationale Tag der seelischen Gesundheit sollte zu einer kritischen Reflexion der österreichischen Gesundheitspolitik führen", so der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Auch die Weltgesundheitsorganisation weise auf die rapide und weltweite Zunahme psychischer Erkrankungen, insbesondere von Depressionen, hin.
"Nach wie vor sind psychisch Kranke gegenüber somatisch Kranken diskriminiert. Es existiert keine flächendeckende und wirklich bedarfsorientierte Psychotherapie auf Krankenschein, was hier zu hohen privaten Kosten und einer wirklichen Zwei Klassen-Medizin führt. Die Kosten einer bedarfsorientierten Psychotherapie sind durch unterfinanzierte Kassen nicht gedeckt, obwohl die gesetzlichen Vorgaben nunmehr bereits seit über zehn Jahren existieren. Leistungshonorierungen im Bereich der Psychiatrie sind praxisfremd und diskriminieren dieses Sonderfach gegenüber anderen klar und eindeutig", so Grünewald. Immer noch existieren im niedergelassenen psychiatrischen Bereich Versorgungslücken, immer noch fehlen Plätze für Rehabilitation und betreutes Wohnen.

In vielen Regionen sind die Pläne der Psychiatriereform noch ungenügend umgesetzt. Dezentralisierung und interdisziplinäre Behandlungsteams stecken vielfach noch in den Kinderschuhen, analysiert Grünewald die derzeitige Situation. Nur eine optimierte Versorgung kann hier die steigenden Kosten durch Krankenstände, Invaliditätspensionen und überlange Wartezeiten auf Therapien, die sich auf über sieben Milliarden Euro belaufen, dämpfen. "Es wäre höchste Zeit die Versorgungsstandards in Österreich zu evaluieren, um psychisch Kranken zu ihren Rechten zu verhelfen. Es scheint aber in gewissen Kreisen nicht ´schick´ zu sein, sich dafür einzusetzen. Das muss ein Ende haben", fordert Grünewald abschließend.

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