SPÖ-Klubtagung (8): Heinisch-Hosek: Chancen für Frauen durch gezielte Weiterbildung mehren

Villach (SK) - Die Frage von Aus- und Weiterbildung und den spezifischen Anforderungen, Problemen und Schwierigkeiten für Frauen diskutierten am Montag Nachmittag bei der SPÖ-Klubtagung unter der Moderation von SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek, Gabriele Schmidt von der Arbeiterkammer Wien, Renate Csörgits, Sozialsprecherin der SPÖ und Abgeordnete des SPÖ-Parlamentsklubs. "Die Lebensläufe, Berufserfahrungen, Wünsche und Ideen von Frauen sind nicht gut in das Bildungs- und Weiterbildungsangebot eingebunden", hielt Heinisch-Hosek fest. Deshalb gelte es, gerade im Bereich des Lebenslangen Lernens neue Akzente zu setzen. ****

Schmidt zeigte auf, wie sich die Frage der Weiterbildung in allen Ebenen seit den frühen 90er Jahren verändert hat und, dass Frauen immer öfter auch Gefahr laufen, aus diesen Angeboten durch verschiedenste Gründe ausgeschlossen zu werden. "Wir brauchen eine Strategie für ein lebenslanges Lernen mit ganz klaren Zielen und Eckdaten, wie man was erreichen kann. Wir brauchen ein 'Recht auf eine zweite Chance', mit dem das Nachholen von Bildungsabschlüssen möglich wird", so Schmidt.

Renate Csörgits betonte, dass durch die speziellen Förderungen des AMS in den Bereichen von FacharbeiterInnen eine klare Verschiebung weg von Frauen zu bemerken sei. "Deshalb brauchen wir auch frauenspezifische Schwerpunkte", so Csörgits. Auch müssten Schritte gesetzt werden, um der Teilung des Arbeitsmarktes entgegen zu wirken. "Die betriebliche Weiterbildung ist seit 2003, wo 36 Prozent der Beschäftigten solche Angebot genutzt haben, auf 27 Prozent heuer gesunken. Es ist wichtig, dass wir darauf acht geben, dass bei dieser Fokussierung der Unternehmen auf gezielte Personen nicht wieder die Frauen außen vor bleiben."

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zeigte in ihrer Funktion als Präsidentin der österreichischen Volkshochschule auf, welch große Bedeutung die Volkshochschulen für die Weiterbildung in Österreich haben. "75 Prozent der TeilnehmerInnen an VHS-Kursen sind Frauen", führte Prammer aus, die auch erklärte, dass es zu einem deutlichen Problem geworden sei, dass ein großer Teil der LehrerInnen und TrainerInnen an den VHS in prekären Beschäftigungsverhältnissen stehen. "Und auch zwei Drittel der LehrerInnen an den VHS sind Frauen." Deshalb gelte es, diese prekären Arbeitsverhältnisse genau zu beobachten und das informelle Wissen, das im Laufe des Lebens angeeignet werde, durch Zertifizierungen nutzbar und entlohnbar zu machen.

Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger ging in ihrem Diskussionsbeitrag vor allem auf die unterschiedliche Verteilung von entlohnter und nichtentlohnter Arbeit zwischen Männern und Frauen ein. "Während Männer pro Woche 42 Stunden bezahlte und nichtbezahlte Arbeit leisten, leisten Frauen 65 Stunden", so Ablinger. Hier gelte es die notwendigen Schritte zu setzen, um auch Männer stärker in die Hausarbeit einzubinden. EU-Abgeordnete Christa Prets betonte, dass auch auf europäischer Ebene viel in diesen Fragen diskutiert und gemacht werde. Ein wichtiger Schritt dabei sei es, "stereotype Ausbildungen" aufzubrechen. (Schluss) js

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