"KURIER"-Kommentar von Ricardo Peyerl: "Offenes Geheimnis"

Die Ablöse der Schöffin war überfällig. Das wussten alle, der KURIER sprach es aus.

Wien (OTS) - Es war bereits nach wenigen Prozesstagen klar: Die Schöffin rechts von der Vorsitzenden wird das Urteil nicht miterleben. Die Dame, die ihrer berühmteren Schwester (der angeblichen Ex-Geliebten des "Bullen von Tölz") in puncto Umtriebigkeit um nichts nachsteht, plauderte im Gerichtsbuffet munter darauf los. Über Gott und die Welt und Elsner & Co. Mit Angeklagten, Verteidigern, Journalisten.
Das ist gerade für so einen sensiblen Prozess schon rein optisch nicht gut. Abgesehen davon bricht die Laienrichterin ihren Eid, den sie zu Prozessbeginn ablegen musste: "...;über den Gegenstand der Verhandlung mit niemand außer mit den Mitgliedern des Gerichtshofes Rücksprache zu nehmen;...". Herumgesprochen muss sich das auch bis zu Verteidigern, Staatsanwälten, Richtern haben. Aber alle warteten offenbar, bis es jemand öffentlich macht, und der KURIER war der Erste. Den Prozess gefährdet haben wir damit nicht: Es wurde nur eine Schöffin ausgetauscht, was längst fällig war, für solche Fälle gibt es zwei Ersatzschöffen. Das heißt: Jetzt gibt es nur noch einen. Und der abgelösten Schöffin war eh schon fad, wie sie einem Kollegen der Presse verriet: Sie hätte lieber den Prozess gegen den mutmaßlichen Kannibalen gehabt.

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