- 08.10.2007, 16:00:00
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"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: Der Kammer-Reflex"
Ärztestreik: Das Bewahren von Strukturen geht vor das Patienten-Interesse.
Wien (OTS) - Wer am 8.November Fieber, Durchfall oder andere
Wehwehchen haben wird, tut gut daran, sich bereits vorher bei seinem
Arzt um Untersuchungen, Medikamente, Krankschreibungen zu kümmern.
Wie man das vorher wissen kann? Bitte bei der
Ärztekammer nachfragen. Die organisiert für diesen Tag den Streik
niedergelassener Ärzte und Spitäler.
Der Grund: Protest gegen die im Gesundheitsministerium
angedachten Gruppen-Ambulanzen, die Spitäler entlasten und Patienten
mehr Komfort bieten sollen, etwa auch am Wochenende.
Wie immer, wenn’s um Veränderungen oder gar um Effizienzsteigerung
und Kostenersparnis geht, steigen die Kämmerer auf die Barrikaden:
Einheitliche Leistungsstandards für Ärzte? Nie und nimmer! Flexible
Gruppen-Ambulanzen? Da könnt’ ja jeder kommen, und außerdem müssten
dann (unbewiesene Behauptung) pro Ambulanz zwei Ordinationen sperren.
Eingriff in die Hoheit der Kammer und Sozialversicherung, wo wer
ordinieren darf? Da hört der Spaß überhaupt auf.
Ob der Patient weniger herum geschickt werden will, weniger warten
will, fragt niemand. Aber die Kammer heißt ja auch nicht
Patientenkammer, nicht wahr?
Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
www.kurier.at
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