Wiener Patientenanwalt Brustbauer appelliert an die Vernunft

Ärztestreik hat vor allem Verlierer - die PatientInnen!

Wien (OTS) - Der für 8. November geplante Ärztestreik wegen des Konfliktes über die neuen ambulanten Versorgungszentren hat - soviel ist laut Patientenanwalt Brustbauer sicher - sehr viele VerliererInnen, nämlich die PatientInnen. "Das Sprichwort, wonach sich, wenn zwei streiten, der Dritte freut, gilt hier bestimmt nicht,", so Brustbauer, "denn nur im harmlosesten Fall muss lediglich ein für 8. November vereinbarter Arzttermin verschoben werden. Auch wenn die Notfallversorgung sichergestellt wird, läuft trotzdem Vieles bei einem Streik auf Sparflamme. Das ist zweifellos auch eine qualitative und nicht bloß eine quantitative Einschränkung für die PatientInnen!"

PatientInnen werden instrumentalisiert.

Anders als in den meisten sonstigen Bereichen wird im Medizinbereich das schärfste aller Druckmittel, ein Streik, relativ rasch hervorgekehrt, ist Brustbauer überzeugt. "Beobachten Sie das einmal über die Jahre. Wenn sich sonst wo VertragspartnerInnen, etwa bei Gehaltsverhandlungen, Arbeitsbedingungen u. dgl. nicht einigen können, werden meist weitere Gesprächstermine vereinbart. Von Streikdrohungen ist - wenn überhaupt - erst sehr spät die Rede. Stehen aber Verhandlungen rund um die medizinische Versorgung an, ist oft schon von Streiks und Protestaktionen die Rede, ehe man ernsthaft verhandelt habe", so Brustbauer. Der wesentlichste Unterschied bestehe aber darin, dass die tatsächlichen Auswirkungen von Streiks, Betriebsversammlungen usw. meist auf die Streitparteien beschränkt bleiben.

Bei Konflikten zwischen Ärztekammer und Gesundheitsministerium oder Krankenkassen gerät hingegen eine Gruppe, die gar nicht am Verhandlungstisch sitzt, besonders unter die Räder. "Ob diese nun als Gruppe der SteuerzahlerInnen oder Sozialversicherte bezeichnet wird, ist egal. Letztlich sind es die PatientInnen, die hier instumentalisiert werden. Mein Job als Patientenanwalt ist es deren Interessen zu wahren und daher an die Vernunft der Streitparteien zu appellieren, den Konflikt nicht auf dem Rücken der PatientInnen auszutragen. Gesetze gehören ordentlich begutachtet, sodass weder Interessen übergangen werden noch Streikdrohungen in den Raum gestellt werden müssen", schließt Brustbauer. (Schluss) neu

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