Bures wird sich von Schüssel "keinen Maulkorb umhängen lassen"

Wien (OTS) - Frauenministerin Doris Bures wirft ÖVP-Klubobmann Schüssel vor, nach dem Motto, "was ich nicht hören will, darf nicht gesagt werden" zu agieren. Schüssel werde sich aber daran gewöhnen müssen, "dass ich als Frauenministerin das Wort ergreifen werde, wenn es Vorschläge - noch dazu vom Regierungspartner - gibt, die tausende Frauen aus der Erwerbstätigkeit zurück in die Abhängigkeit drängen würden".

Die Frauenministerin hatte am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter auf die verheerenden frauenpolitischen Auswirkungen im Falle eines Abgehens von der Individualbesteuerung hingewiesen und war dafür von ÖVP-Klubobmann Schüssel kritisiert worden.

Schüssels Politikverständnis erinnert Bures an Metternich´sche Zeiten. Auch Schüssel werde akzeptieren müssen, dass sie, Bures, sein verzopftes Familien- und Frauenbild nicht teile und sich auch in Zukunft auf die Seite der Frauen stellen werde.

Das Familienbesteuerungsmodell würde, wie ExpertInnen vorrechnen, die Frauenerwerbsquote um 2,4 Prozent senken, also konkret 50.000 bis 60.000 Frauen aus dem Erwerbsleben drängen. "Das werde ich als Frauenministerin nicht zulassen - und das selbstverständlich auch sagen, wo und wann immer ich das für richtig halte", sagte Bures.

Bures erklärte abschließend, dass sie sich von Schüssel "keinen Maulkorb umhängen" lassen werde und sich auch sonst niemand in diesem Land von Schüssel das Wort verbieten lassen werde. Außerdem werde sie als Frauenministerin im Bundeskanzleramt selbstverständlich auch in Zukunft die Räume des Bundeskanzleramts nutzen.

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