Startschuss für drei mobile Palliativteams

Bohuslav: Verbleib der Menschen in gewohnter Umgebung möglich

St. Pölten (NLK) - Für PalliativpatientInnen und deren Angehörigen stehen ab sofort drei weitere mobile Palliativteams in Melk, Wiener Neustadt und Tulln zur Verfügung. In der Thermenregion und im Weinviertel ist die flächendeckende Versorgung im Bereich der Palliativmedizin bereits gewährleistet. Diese sollen den betreuenden Hausärzten, Pflege- und Sozialdiensten sowie den Angehörigen bei der Versorgung von schwer Kranken und Sterbenden zu Hause sowie in Heimen beratend und unterstützend zur Seite stehen.

"Mit den mobilen Palliativteams soll der Verbleib der Menschen in der gewohnten Umgebung möglichst gesichert werden", betonte Landesrätin Dr. Petra Bohuslav heute, 3. Oktober, bei der Startveranstaltung im Rosenheim in Tulln. Insgesamt hätten 80 Prozent der Menschen in Österreich den Wunsch, in der vertrauten Umgebung betreut zu werden und dort zu sterben. Um diesem Wunsch entgegenzukommen und die adäquate Betreuung am jeweils bevorzugten Ort zu ermöglichen, habe man in Niederösterreich nach internationalen Vorbildern die mobilen Palliativteams entwickelt, so Bohuslav.

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von PatientInnen, deren Erkrankung nicht mehr auf kurative Therapie anspricht. Die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen sowie die Behandlung von psychischen, sozialen und spirituellen Problemen stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist das Erreichen der bestmöglichen Lebensqualität der PatientInnen und deren Familien. Das Angebot der Palliativteams richtet sich an Menschen, die an einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Krankheit leiden.

Mit der Entwicklung der modernen Medizin wurde besonders das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen wichtig. Das Lindern von unheilbaren Leiden bekam eine untergeordnete Bedeutung; Sterben, Tod und Trauer wurden tabuisiert. Die damit verbundene Unterversorgung der Sterbenden und ihrer Angehörigen hat in der Folge zur weltweiten Hospizbewegung geführt. Dabei wurde ein umfangreiches Fachwissen entwickelt, das nun als Palliativmedizin wieder ins Gesundheitswesen integriert und weiter entwickelt wird. Mit der Aufwertung der Aufgaben der Palliativbetreuung in Niederösterreich und der gezielten Wissensvermittlung soll der ganzheitlichen Betreuung in der letzten Lebensphase entsprochen werden.

Nähere Informationen: Dr. Otto Hubert, Leiter der Abteilung Heime, Telefon 02742/9005-16380.

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