Niederwieser: Beibehaltung von HS und AHS-Unterstufe bringt keine nachhaltige Verbesserung des Schulsystems

EU-Bildungsstudie beweist den Reformbedarf im Bildungsbereich

Wien (SK) - "Ich schätze den niederösterreichischen Landesschulratspräsidenten Hermann Helm als konstruktiven Gesprächspartner, wichtig wäre es aber, dass endlich die ganze ÖVP hinter den Modellregionen steht und hier konstruktiv mitarbeitet", stellte heute SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser gegenüber dem SPÖ-Pressedienst klar. Helm spricht sich im morgen erscheinenden "News" für Modellregionen und Schulversuche aus und kritisierte die ablehnende Haltung mancher Lehrergewerkschafter. Niederwieser verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Bericht der ÖVP-Perspektivengruppe, der die Beibehaltung von Hauptschule und AHS-Unterstufe vorsieht sowie auf die heute veröffentlichte EU-Bildungsstudie, welche genau das Gegenteil verlangt. ****

Klar sei aber auch, dass die Modellregionen eine breite und umfangreiche Palette an Modellen umfassen müsse. "Denn nur dann werden wir am Ende entscheiden können, welche Schule die beste für unsere Kinder ist", so Niederwieser. Das niederösterreichische Modell einer sechsjährigen Volksschule sei hier ein Weg, "andere Wege werden eine volle 'Neue Mittelschule' der 10- bis 14-Jährigen umfassen".

Insbesondere die zu frühe Selektion der Schüler in Hauptschule und Gymnasium wird von der EU-Bildungsstudie kritisiert. So schneiden Länder mit einem selektiven Schulsystem viel schlechter ab als Länder, die ein Gesamtschulsystem haben. Dieses Nebeneinander von Hauptschule und AHS-Unterstufe, wie es etwa im niederösterreichischen Modell vorgesehen ist, würde zu keiner nachhaltigen Verbesserung des Schulsystems führen. "Ziel muss es sein, eine gemeinsame Schule der 10 bis 14-jährigen SchülerInnen mit einer optimalen individuellen Förderung zu verwirklichen", betonte Niederwieser.

Die Strategie der ÖVP zielt offenbar darauf ab, eine eigene Schulform zu installieren, die sich vom bisherigen Schulsystem kaum bis gar nicht unterscheidet. "Das niederösterreichische Modell ist das beste Beispiel dafür, dass die ÖVP das jetzige Schulsystem ohne grundlegende Reformen beibehalten möchte. Dies wäre angesichts der heute veröffentlichten EU-Bildungsstudie zu den Vorteilen der Gesamtsschule eine Vorgehensweise, der die SPÖ sicher nicht zustimmen kann", erklärte Niederwieser abschließend. (Schluss) js

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