50 Jahre Sputnik nimmt das MAK als Startschuss für eine Ausstellung post-gravitaler Kunst

Am 4. Oktober feiert der erste künstliche Satellit Sputnik (zu Deutsch: Wegbegleiter) seinen 50. Geburtstag

Wien (OTS) - Das MAK nimmt den 50sten Geburtstag Sputniks am 4. Oktober 2007 zum Anlass auf das im kommenden Jahr stattfindende Projekt Orbita - NOORDUNG der slowenischen Künstler Dragan Zivadinov, Dunja Zupancic und Miha Tursic hinzuweisen. Im MAK-Gegenwartskunstdepot Gefechtsturm Arenbergpark zeigen die Künstler ihren Prototypen eines Satelliten, der 2045 ins All gesendet wird. Im Inneren des Satelliten, wo Imaginäres und Reales aufeinandertreffen, werden Zeichnungen, Kunstwerke, Dokumente, Videos und Skizzen zu Entwürfen der Raumstation Hermann Potocniks / Noordung gezeigt. Der Flakturm wird somit zur Startfläche eines geostationären Satelliten, in dem Kunst die Schwerkraft überwindet.

Am 20. April 1995, 22.00 Uhr, führten Dunja Zupancic & Dragan Zivadinov gemeinsam mit vierzehn Schauspielern die Performance NOORDUNG 1995-2045 zum ersten Mal auf. Im Intervall von zehn Jahren soll die Performance wiederholt werden, über fünfzig Jahre hinweg. Sollte ein Schauspieler in diesem Zeitraum sterben, wird dieser durch Zeichen und seine Sprache durch Rhythmen und Melodien ersetzt. Im Jahre 2045 werden dann vierzehn Signale und Musikstücke an Stelle der Protagonisten treten, die von dem Satelliten aus an die Erde und in den Weltraum gesendet werden.

Die Künstler beziehen sich mit dem Titel der Performance auf den 1892 in Pola, Istrien, geborenen Hermann Potocnik, der 1928 unter dem Pseudonym Hermann Noordung das in Berlin herausgegebene Buch "Das Problem der Befahrung des Weltraums - der Raketenmotor" verfasste. Schwerpunkt des Buches stellen Beschreibung und Skizzen eines Raumstationentwurfs dar, die fundamental für die Gestaltung des geostationären Satelliten, Sputniks, waren. Hermann Potocnik, Entdecker der geostationären Synchronbahn, die eine der wesentlichen Grundlagen der modernen Satelliten- und Kommunikationstechnik darstellt, veränderte mit seinen weitgreifenden Theorien die Welt.

Er gehörte als Pionier der Raketentechnik und Weltraumfahrt zu den Errichtern eines Gedankengebäudes, das nach dem Zweiten Weltkrieg von den damals konkurrierenden Supermächten in die Tat umgesetzt wurde. Am 4. Oktober 1957 - für die westliche Welt unerwartet schnell -startete die Sowjetunion vom Weltraumbahnhof Baikonur aus den kugelförmigen Satelliten Sputnik 1. Sputnik markiert den Beginn der Raumfahrt und damit einhergehend des Wettkampfs zwischen der Sowjetunion und den USA.

"In erster Linie ist Sputnik eine heterotopische Ikone des zwanzigsten Jahrhunderts. In zweiter Linie ein Suprematistisches Wesen", so der Künstler Dragan Zivadinov. Die osteuropäische Moderne hätte vor allem zwei Richtungen geprägt - den Konstruktivismus und den Suprematismus. In dem Sinne sei der Sputnik das erste supra-modernistische Wesen, das sowohl die suprematistische Form, die Kugel, als auch die konstruktivistischen Funktionen durch Antennen, vereint. Da letztere nichts Anderes täten, als den repetitiven Ton zu supremieren, sei Sputnik außer supra-modernistischem Wesen zugleich auch suprematistisches Zeichen.

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