Hundstorfer: Lehre muss endlich attraktiver werden

Sozialpartner stellen neues Bildungskonzept zur Diskussion

Wien/Bad Ischl (ÖGB) - "Die Lehrlingsausbildung muss sowohl auf betrieblicher als auch auf überbetrieblicher Ebene attraktiver werden", forderte ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer in einer Pressekonferenz, heute, Mittwoch, zum Auftakt der "Bad Ischler Gespräche", bei denen ein Bildungskonzept der Sozialpartner präsentiert wurde.++++

"Ein besonderes Anliegen ist uns als Sozialpartner die Berufsausbildung und hier im speziellen die Lehrlingsausbildung. Wir haben ein umfangreiches Paket präsentiert, dass auch dazu beitragen soll, die Lehrlingsausbildung aufzuwerten und die Wahl eines Lehrberufes wieder als attraktive Alternative zu einer vollschulischen Berufsausbildung darzustellen", erklärte Hundstorfer. Die wichtigsten Punkte sind dabei:
O Die duale Berufsausbildung soll flächendeckend auch maturaführend angeboten werden.
O Mit der neuen "Zukunftsförderung" soll die Qualität der Lehrausbildung gesteigert werden.
O Weitere Modernisierung und Aufwertung der Berufsschulen auch im Hinblick auf die Berufsreifeprüfung.
Hundstorfer weiter: "Die Sozialpartner werden laufend die Inhalte der Lehrberufe überarbeiten und so dafür sorgen, dass die Ausbildung sowohl fachlich als auch persönlichkeitsbildend auf dem Stand der Zeit bleibt. Denn gesamtgesellschaftlich können wir nur mit Qualität punkten."

"Ein wesentlicher Ansatz im Bildungskonzept ist dabei auch, das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens vom Kindergarten an in den Köpfen der Menschen zu verankern. Bildung, und vor allem Weiterbildung, darf nicht als Strafe oder Last empfunden werden. Vielmehr muss das Bildungssystem und die dafür nötigen Rahmenbedingungen die Neugierde wecken, mehr lernen zu wollen und vor allem in jeder Lebensphase auch zu können", so Hundstorfer.

Die Sozialpartner fordern daher, dass das Nachholen von Bildungsabschlüssen - zumindest der Sekundarstufen I und II, unabhängig vom Alter, flächendeckend in ganz Österreich möglich sein muss. Neben dem gebührenfreien Angebot muss den Menschen auch die Zeit dafür gegeben werden. Wesentlicher Reformpunkt dabei ist die Bildungskarenz attraktiver zu gestalten.

Auch die Durchlässigkeit und Transparenz des Bildungssystems und damit verbunden die Anrechnung von bereits erworbenen Wissens steht dabei im Vordergrund. Ein wichtiger - und vor allem auch ein europäischer - Schritt ist die Ausarbeitung eines nationalen Qualifikationsrahmens, der sowohl national als auch international eine eindeutige Zuordnung von Qualifikationen ermöglichen soll.

Hundstorfer: "Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass wir mit unserem gestrigen Arbeitsmarktpaket und dem heutigen Bildungskonzept zwei wesentliche, inhaltliche Weichenstellungen vorgeschlagen haben. Jetzt liegt es an der Regierung, unsere Konzepte und Lösungsvorschläge aufzugreifen und gemeinsam mit uns umzusetzen. Unsere aktive Beteiligung an der Gestaltung dieser Zukunftsprojekte kann ich an dieser Stelle nur betonen und doppelt untersteichen".(ff)

ÖGB, 3. Oktober 2007 Nr. 586

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