Christgewerkschafter/innen bewerten ÖVP-Perspektivenpapier positiv

Viele richtungweisende und positive Punkte darin enthalten

Wien (FCG) - Die christlichen Gewerkschafter/innen im ÖGB bewerten das Perspektivenpapier der ÖVP fast durchwegs überaus positiv. Hier wurde eine wichtige und notwendige Arbeit für die Zukunft Österreichs geleistet. "Die Perspektivengruppen hatten zur Aufgabe, quer und frei zu denken und das war auch dringend notwendig, jetzt ist es aber umso wichtiger, diese durchwegs visionären Perspektiven politisch auf den Boden zu bringen und umzusetzen", so Norbert Schnedl, ÖGB Vizepräsident und Chef der Christgewerkschafter/innen.

Für Schnedl zeigt sich mit diesem Papier, dass christlich-soziale Werte im zukünftigen Wirtschaften eine größere Rolle spielen sollen. Durch die feste Verankerung des ökosozialen Grundgedanken ist sichergestellt, dass dies sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber, aber vor allem für die Konsumenten positive Aspekte bringt.

Erfreut zeigen sich die Christgewerkschafter/innen auch darüber, dass die Mitarbeiterbeteiligung eine zentrale Rolle spielen wird. Beteiligungsmodelle sind ein wichtiges zusätzliches Element zur gerechteren Verteilung von Unternehmensgewinnen. Dadurch wird auch eine zusätzliche Motivation für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht.

Eines der zentralen Themen des Perspektivenpapiers ist das Kapitel Familie. Die Forderungen zur Väterkarenz und nach einer flexibleren Wahl- und Gestaltungsmöglichkeit bei der Klein- und Kleinstkindbetreuung werden unterstützt. "Nicht nur die Wahlmöglichkeit um letztendlich Beruf und Familie optimal vereinbaren zu können, ist uns ein großes Anliegen, sondern auch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten", erläutert Schnedl weiter.

Das klare Bekenntnis zu einem differenzierten Schulsystem wird ebenfalls sehr positiv aufgenommen. "Bei dieser Diskussion muss es in erster Linie um unsere Kinder gehen, um diese in ihrer Einzigartigkeit zu fordern und fördern. Dies ist nur möglich, wenn die Eltern, Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Vielfalt der Schultypen auswählen können", so Schnedl.

Die Forderung, dass bei der nächsten Europawahl die Stimme via E-Voting abgegeben werden kann, ist ein zukunftsweisender Ansatz:
"Wir könnten uns auch vorstellen, dass die österreichischen Beschäftigten schon bei der nächsten Arbeiterkammerwahl ihre Stimme auf diese Weise abgeben können. Neben der schon bei der letzten AK-Wahl praktizierten Briefwahl muss das der nächste Schritt sein, den wir umsetzten sollten", fordert Schnedl.

Ein weiteres wichtiges angesprochenes Thema ist die Integration. "Wir sind eine tolerante und offene Gesellschaft. Die Toleranz findet aber dort ihre Grenze, wo sie auf Intoleranz trifft und wo die europäischen Werte nicht mehr akzeptiert und gelebt werden", führt Schnedl weiter aus.

Auch die von der Perspektivengruppe angeführte Sicherung und Weiterentwicklung des Sozialstaates wird positiv gesehen.

Schnedl merkt aber auch kritisch an, dass die Verlagerung von kollektivvertraglichen Vereinbarungen auf die betriebliche Ebene so nicht mitgetragen werden kann. Ebenso wird die Forderung nach Senkung der AK-Umlage kritisch gesehen. Das ist Sache der Sozialpartner.

"Für uns ist der breite Diskussionsprozess, der mit der Perspektivengruppe begonnen wurde, der richtige Weg, um die Anliegen der Menschen in Österreich durch möglichst große Einbindung politisch umzusetzen", so Schnedl abschließend.

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